Kroatien 2017

kn – Knoten oder Kuna?

45° 9‘ 00“ N, 13° 36‘ 06“ O.
Steg G, Marina Vrsar, Kroatien.

SKS-Übungstörn Nr. 1. Sieben Männer und ein Boot – oder besser: eine Yacht, eine Segelyacht! Bella Blue, eindeutig weiblich, wunderschön und die Jüngste, der Zweitjüngste am Anreisetag gerade 18 geworden, zur Mannschaft gehören zwei weitere 18-jährige SKS-Anwärter, außerdem zwei der Vätergeneration angehörende SKS-Schüler und ein Skipper-Paar – oder besser: ein Paar Skipper? – alle KLAR ZUM ABLEGEN!

Unser Abenteuer beginnt am Morgen des Ostersonntags 2017. Es ist der wärmste und sommerlichste Tag der Woche. Nach einem gemeinsamen Frühstück auf Deck und der Einweisung in Sicherheit und Technik heißt es endlich: LEINEN LOS! Wir laufen aus und lassen den malerischen Hafen von Vrsar hinter uns. Dabei fühlen wir uns wie die Pirates of the Caribbean. Mit Kurs auf Rovinji üben wir, uns gegenseitig abwechselnd, das Fahren mit Motor und unter Segel.

Am frühen Abend müssen wir an einer Boje in der Bucht mit Blick auf den Altstadthügel von Rovinji festmachen – alle Plätze im Hafen sind belegt. Mit dem Dinghy gestaltet sich die Überfahrt etwas wackelig und es braucht 2 Touren bis alle Mann an Land sind. Nach Sightseeing und Abendessen in einem kroatischen Restaurant verschlechtert sich das Wetter: Bei strömendem Regen und zunehmendem Wind ist die Rückfahrt im Dinghy nichts für Leute mit schwachen Nerven.

Unser Revier ist die 12-Meilen-Zone in der Adria vor der Westküste Istriens, im Nordwesten von Kroatien.
Zwischen Poreč im Norden und Pula im Süden verbringen wir die Zeit vorwiegend an Bord: Wir fahren vor allem mit gesetzten Segeln und üben immer wieder viele Manöver wie z.B. MANN ÜBER BORD(!), Vollkreis, Wenden und Halsen, An- und Ablegen, den Anker freifahren. Und wir lernen viele Wörter mit K: Knoten (kn), Kuna* (kn), Kotbeutel. Für Einige von uns ist die größte Herausforderung jedoch das korrekte Formulieren der Kommandos.

Die Abläufe in den nächsten Tagen wiederholen sich: Frühstück an Bord, tagsüber auf See – jederzeit KLAR ZUR WENDE(!), Besichtigungen und Restaurantbesuch am Abend. Das Wetter wird jedoch zunehmend schlechter: In der Wochenmitte geraten wir sogar in einen Sturm. Wir schaffen es nicht mehr rechtzeitig in einen schützenden Hafen, weil wir uns auf die Wettervorhersage verlassen. Die Bora ist schneller! Immerhin hört es in den Folgetagen auf zu regnen. Es ist meistens sehr sonnig, aber zu kalt für die Jahreszeit.

Am frühen Freitagnachmittag laufen wir, sieben Seemänner und ein Boot, wieder im Heimathafen der Bella
Blue ein – KLAR ZUM ANLEGEN(!):
Steg G, Marina Vrsar, Kroatien.
45° 9‘ 00“ N, 13° 36‘ 06“ O.

Dieser, unser erster Törn ist ein unvergessliches Abenteuer gewesen! Zum ersten Mal in Istrien, zum ersten Mal auf der Adria, zum ersten Mal an Bord einer großen Segelyacht, zum ersten Mal am Steuerrad und zum ersten Mal ein richtiger Sturm! Eine Supermannschaft: Unsere Skipper sind Weltklasse und mit allen Mitseglern verstehen wir uns ebenfalls prima. Eine Superyacht: Die Bella Blue ist wunderschön, und die Stunden auf dem Wasser sind anstrengend und herrlich zugleich. Hier der einzige Kritikpunkt überhaupt: Das Kreuzen mit der
Bella Blue klappt nicht so gut, aber vielleicht liegt das auch an uns.

Eine Marina besser als die andere – einzige Ausnahme: Marina Parentium Poreč (Schraubenzieher nicht vergessen!). Dafür die Marina direkt in Poreč purer Luxus: Wir alle stehen hier mindestens ½ Stunde unter der Dusche. Ideale Wetterbedingungen: Gut Wind, etwas Regen, meistens Sonnenschein und 1 x Bora.

Eine durchweg positive Überraschung ist Kroatien: sehr viel Natur,
sehr freundliche Menschen, günstige Preise und hervorragende Speisen. Dank der Sachkenntnis unsrer Skipper auch in kulinarischen Dingen landen wir allabendlich in richtig guten Restaurants. Die täglichen Stadtbesichtigungen mit der ganzen Truppe machen ebenfalls einen Mordsspaß! – Am Abreisetag ist es endlich wieder warm und am liebsten würden wir verlängern… Aber es bleibt dieser Trost: Nach dem Törn ist vor dem Törn!

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel
Darius und Lukas
KCF-OPTImal420
Segeljugend