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Türkeitörn 2006 |
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Segeln in türkischen Gewässern |
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Aus dem Logbuch der SENTIMENTAL JOURNEY Dr. Hansjörg Beckh Die Südwest- und Südküste der Türkei zählt zu den schönsten Segelrevieren im Mittelmeerraum. Da es dort im Sommer aber sehr heiß wird, und zudem der Meltemi recht heftig blasen kann, ziehen viele Segler den Herbst vor. So fanden sich im Oktober 2006 fünf Crews des KCF zu einem 14-tägigen Segeltörn zusammen. Ausgangshafen war Göcek in der Bucht von Fethiye im Südwesten der Türkei. Die Teilnehmer:
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Yacht: LADY BE GOOD |
YACHT: SUMMER JAM |
YACHT: GET HAPPY |
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Klaus Steiger (Skipper) |
Manfred Keppler (Skipper) |
Hans Hermann Fischer (Skipper) |
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Monika Steiger |
Dagmar Ries |
Bärbel Fischer |
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Franz Sigl |
Karl Schmerenbeck |
Tobias Fischer |
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Loisi Sigl |
Ursula Schmerenbeck |
Miriam Fischer |
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Marina Sigl |
Jörg Schmerenbeck |
Michael Stattmüller |
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Stefan Hönegger |
Hans Scherer |
Petra Stattmüller |
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Renate Scherer |
Nikolas Stattmüller |
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Sara Keller |
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YACHT: SENTIMANTAL JOURNEY |
YACHT: EASY LIFE |
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Wolfgang Ulrich (Skipper) |
Joachim Hefele (Skipper) |
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Gabriele Ulrich |
Margit Hefele |
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Jochen Mehlhorn |
Josef Hafner |
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Ursula Mehlhorn |
Silke Böhringer |
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Dr. Hansjörg Beckh |
Friedemann Ott |
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Ingeborg Beckh |
N.N. |
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Bootstypen: Sun Odyssey 40 - 47. Da es sich nicht um den jährlichen „offiziellen“ KCF-Törn, sondern um eine privat organisierte Veranstaltung handelte, waren nicht alle Teilnehmer KCF-Mitglieder.
Samstag, 7. Oktober, 02:00 Uhr, KCF-Bootshaus Der Flug geht ab Stuttgart nach Dalaman, das nur etwa 30 Auto-Minuten von Göcek entfernt liegt. Klaus Steiger hatte neben den Flügen auch einen Zubringer-Bus vom KCF nach Stuttgart gebucht. So treffen sich die KCF-Teilnehmer in aller Früh am Bootshaus. Pünktlich um 6 Uhr hebt die Maschine ab. Nach knapp zwei Stunden Flug landen wir in Dalaman. Die Weiterfahrt gestaltet sich einfach, da bereits Kleinbusse des Vercharterers auf uns warten.
Göcek liegt in einer Bucht am Nord-Ost-Rand des weitgeschwungenen, von zahlreichen Inseln durchsetzten Golfs von Fethiye und ist ein beliebter Ausgangshafen für Segeltörns. Dies bezeugen die drei Yachthäfen, die der kleine Ort Göcek aufweist. Unser Ausgangspunkt, die Göcek Club Marina, liegt einige Kilometer außerhalb des Ortes auf der Westseite der Göcek-Bucht. Neben der Straßenverbindung gibt es von dort auch eine Personen-Fährverbindung quer über die Bucht nach Göcek.
Als wir am Steg des Vercharterers Suncharter ankommen, sind noch Reinigungstrupps auf den Booten zugange. So nehmen wir im nah gelegenen Hafenrestaurant erst einmal ein zweites Frühstück ein und genießen den tollen Blick über die Bucht von Göcek. Es ist sommerlich warm, aber leicht dunstig. Während ein Teil der Crews später die Boote übernehmen, fahren die Anderen zum Einkaufen. Dies ist kein Problem: In der Marina warten ständig Taxen auf Fahrgäste. Der Nachmittag vergeht rasch mit Übernahme und Beladen. Abends duftet es dann köstlich aus den diversen Kombüsen: Einige Crews gehen in Göcek Essen, andere kochen gleich an Bord.
Sonntag, 8. Oktober Endlich geht es los: Nach letzten Besorgungen in Göcek – eine genaue Seekarte vom Golf von Fethiye wurde noch beschafft, können wir endlich ablegen. Erstes Ziel der inselreichen Bucht ist Yassica Adalari. Auf der kurzen Fahrt dorthin die ersten Eindrücke der türkischen Küstenlandschaft: Grüne, von Wald oder Büschen bewachsene Inseln und Küstenstreifen, gelb-rote Felswände, dahinter der Taurus mit über 3000 Meter hohen Berggipfeln. Dazu tiefblaues, sehr klares Wasser: die türkischen Behörden achten streng auf Umweltschutz. In den Häfen und Buchten dürfen keine Verschmutzungen ins Wasser eingetragen werden. In einer kleinen Bucht auf der Westseite der länglichen Insel wird das erste Anlege- und Ankermanöver geübt: drei Yachten ankern bereits als wir mit unserer Sentimental Journey eintreffen. Wir legten uns Seite an Seite an die Lady Be Good. Auch eine Neuerung, die wir bei unseren Törns in Kroatien bisher nicht praktiziert hatten: Die Heckleine zum Land, die mit Beiboot oder schwimmend an Land gebracht und um einen Felsen oder Baum gelegt wird. Dann das erste Bad: wohlig warmes Wasser, Blick bis auf den Grund. Das erste kühle Bier wird genossen. Nach einiger Zeit trifft auch die Easy Life ein. Leider hat die Crew unter Skipper Joachim Hefele Probleme mit der Elektrik: Beim Ankermanöver ist plötzlich die Batterie leer. Die eilig herbeigerufene Mannschaft des Vercharterers stellt nach Einbau einer neuen Batterie fest, dass die Lichtmaschine defekt ist. Die Yacht muss leider nach Göcek zurück. Dies hatte zur Folge, dass sie keinen Anschluss mehr an unsere Flottille fand. Zudem hatten sie nur für eine Woche gebucht. So blieb der künftige Kontakt aufs Telefonieren beschränkt.
Als nächstes Ziel war bei unseren Törnbesprechungen eigentlich die Quellenbucht vorgesehen, die auf der Westseite des Golfs von Fethiye nur etwa 1 Seemeile unserer Insel entfernt liegt. Da aber schlechtes Wetter vorhergesagt war, entschließen wir uns gleich zu einem größeren Schlag. Um kurz vor drei Uhr lichten wir die Anker wieder und segeln bzw. motoren bei nachlassendem Wind nach Gemiler Reede. Die große Bucht liegt bereits außerhalb des Golfs. Vier kleinere Buchten am Rande bieten sich zum Ankern an. Wir nahmen die östlichste Bucht, die Kaltwasserbucht. Eine Reihe von Yachten ankert bei unserem Eintreffen schon. Zwischen den Booten fahren kleine Motorboote lokaler Händler herum, die Fisch, Obst und Brot anbieten. Am Steilufer liegt ein Restaurant, von dem auch ein Motorboot kam, kurz nachdem wir Anker geworfen und uns an Land festgemacht hatten. Man bietet uns an, uns abends zum Restaurant überzusetzen. Wir nahmen dankend an. Wie zu dieser Jahreszeit üblich speisen wir im Freien. Der phantastische Blick von dem hoch über der Bucht gelegenem Lokal aufs Meer und auf die unten ankernden Yachten entschädigt etwas für das zwar nicht schlechte, aber dafür recht teure Essen. Allerdings lädt uns der Restaurantbesitzer für den nächsten Morgen zu einem kostenlosen Frühstück ein.
Montag, 9. Oktober Früh um sechs Uhr trommelt Regen auf die Kajütfenster. Später, als wir die Einladung zum kostenlosen Frühstück beim Übersetzen der Crew der Sentimental Journey mit einem Test von Beiboot und dessen Außenborder verbinde, ist es aber wieder trocken. Pünktlich um 10:00 Uhr legen wir dann mit den anderen drei Yachten ab. Als Fernziel sieht die Törnplanung Finike an der türkischen Südküste vor. Auf dem Weg dorthin war nun Kalkan das nächste Etappenziel. Die Regenwolken hatten sich verzogen, aber so richtig klar wollte es nicht werden: es war weiterhin sehr dunstig, der Himmel eher weiß als blau. Der Südost-Wind ist zu schwach zum Segeln. So laufen wir mit Südostkurs zunächst unter Motor. Gegen Mittag können für etwa zwei Stunden doch noch Segel gesetzt werden. Am Nachmittag erreichen wir die beiden kleinen Inseln Catal Adalari, die vor der Bucht von Kalkan liegen. Dort schwenkten nach Ost zum Ziel hin ein. Um 18 Uhr legen wir in diesem malerischen Hafen an. Die meisten Plätze sind schon belegt, also reservieren wir für die nachkommenden drei KCF-Boote Plätze beim Hafenmeister. Abends zaubert die Küchenmannschaft ein phantastisches Menü auf den Tisch: Lammkottlets mit Kartoffeln, Tomatensalat und Gemüse. Dazu türkischen Wein. Dann werfen wir uns ins Getümmel der malerischen Altstadt. Überall Geschäfte und Verkäufer, die uns diese lotsen wollen. Es ist unglaublich viel los. Zum Abschluss des Tages genehmigen wir uns einen Eisbecher in einem Gartenlokal mit schönem Blick auf den Hafen.
Dienstag, 10. Oktober Endlich der erhoffte Wind: Herrliches Segelwetter bei 3-4 Bft, warm und sonnig. Es geht Richtung Kas, unserem nächsten Ziel. Eigentlich hatten wir noch erwägt, in Kalkan bummeln zu gehen. Doch nachdem unser Hafennachbar Informationen vom Hafenkapitän an uns weiter gab, die schlechtes Wetter inklusive Starkwind vorhersagten, laufen wir gleich vormittags aus. Der Wind steht günstig. So gelingt es mit nur wenigen Schlägen bis zum Kas Kanali durchzusegeln, einer Meerenge zwischen dem türkischen Festland und der griechischen Insel Castellrosso. Dahinter liegt bereits Kas. Über Funk erfahren wir von Klaus Steiger, dass in der etwas südöstlicher gelegenen Bayindir-Bucht geankert werden soll. Bei der Ankunft legen wir uns neben die vor uns eingetroffenen drei Yachten. In der Felswand über uns sehen wir die ersten lykischen Felsengräber. Ausgiebiges Baden. Für die Nacht legen wir die Boote weiter auseinander und zurren sie mit zwei Heckleinen an Land gut fest. Abends holt uns ein Boot vom nahen Strandrestaurant zum Essen ab.
Mittwoch, 9. Oktober Das angekündigte schlechte Wetter ist da: Früh Regen und Wind aus Nord mit 6 Bft. in den Böen. Wir spannen die Festmacher nach. Manfred Keppler, der neben uns liegt, verholt sein Boot ein Stück weiter weg, da es der Winddruck schon an unsere Bordwand gedrückt hat. Wir nutzen die Zeit, bis es aufhört zu regnen zu einem ausgiebigen Frühstück. Gegen Mittag ist es dann soweit. Die Crews der Summer Jam und Get Happy entschließen sich, in den Hafen von Kas zu fahren. Da es in dieser Marina aber ziemlich voll ist, fassen wir den Beschluss, der Lady Be Good nach Kekova-Reede zu folgen. Die Insel Kekova liegt bereits an der Südküste und bildet eine geschützte Bucht, der weiter innen nochmals eine Lagune vorgelagert ist. Dort liegt auch das bekannte Lokal „Hassan“, unser nächstes Ziel. Beim Ablegen ist der Wind fast eingeschlafen, frischt aber bei der Ausfahrt aus der Bayindir-Bucht wieder auf. Es ist kurz nach zwölf Uhr. Da der Wind mit 4 Bft. genau aus Südost setzt, kreuzen wir die Küste entlang. Um zwei Uhr reffen wir die Segel. Es bläst mittlerweile mit 5-6 Bft. Die Wolken hängen tief, aber es bleibt trocken. Zudem hat sich ein merklicher Wellengang aufgebaut, der der Crew zu schaffen macht. Wir legen Rettungswesen und Lifebelts an. Gabi, die das erste Mal einen Segeltörn mitmacht, schaut bedenklich drein. Kurz nach Umrundung der Süd-West-Ecke der Türkei, nun auf dem Kurs nach Osten, als sich in einer besonders hohen Welle das Schiff stark nach Backbord neigt, reißt sich der Tisch in der Plicht aus seiner Befestigung und kippt um. Wir können ihn notdürftig mit einigen Enden fixieren. Beim Blick zurück sehen wir eine Gewitterfront auf uns zukommen, wie ich sie noch selten gesehen habe: Die Front scharf wie mit den Lineal quer über den gesamten Horizont gezogen, der Himmel dahinter pechschwarz. Noch liegt die Einfahrt in die schützende Bucht etwa 2 sm vor uns. Schaffen wir das noch? Leider nicht: Wenige Kabellängen vor der Einfahrt entfernt holt sie uns ein. Der Wind, der uns aus Ost mit etwa 6 Bft. entgegengeweht hat, bleibt plötzlich aus. Stattdessen streicht uns von West ein eiskalter Wind über den rücken. Die Front ist nun genau über uns. Es wird richtig dunkel. Das Wasser hinter uns schäumt. Eilig wenden wir und schalten den Motor ein. Keinen Augenblick zu früh: Gerade als wir die Segel einrollen wollen, schlägt uns die erste Böe mit 11 Bft. ins Gesicht. Mit Mühe rollen wir die Lappen ein und wenden vorsichtig. Nach wenigen Minuten ist die erste Bucht, kurz darauf die dahinter liegende Lagune erreicht. Erleichtert lassen wir die Anker zwischen vielen Yachten und türkischen Gulets fallen. In der Nähe ankert bereits die Lady Be Good. So gut es geht wird der Plicht-Tisch wieder befestigt. Spuren deuten darauf hin, dass er nicht zum ersten Mal umgekippt war. Über Funk erfahren wir, dass im völlig überfüllten Kas „die Hölle los“ gewesen sein soll. In der Bucht von Fethiye hätten zudem drei Yachten und ein Gulet Totalschaden erlitten. Abends erholen wir uns bei Hassan bei hervorragender türkischer Küche.
Donnerstag und Freitag, 10. und 11. Oktober Donnerstags früh schüttet es wie aus Kübeln, Daher nutzen wir den Tag zu einem Landausflug. Im von Hassan gemieteten Kleinbus besuchen wir Demre, das antike Myra. Die lykische Stadt ist neben dem gut erhaltenen Amphitheater vor allem bekannt durch die vielen Felsgräber. Es ist zudem die Stadt des heiligen Nikolaus, der hier im vierten Jahrhundert als Bischof wirkte. Heute ist es Zentrum des Obst.- und Gemüseanbaus: unzählige Gewächshäuser befinden sich rund um Demre. Wir decken uns auf der Rückfahrt ebenfalls mit frischem Obst ein.
Der Freitag begrüßt uns früh wieder mit Regen. Es klart aber zunehmend auf, so dass unserem letzten Stück Weg nach Finike nichts mehr im Wege steht. Um 8:30 Uhr lichten wir Anker und motoren zwischen Kekova und dem Festland weiter Richtung Osten. Für eine halbe Stunde versuchen wir zu segeln, aber bald lässt die schwache Brise wieder nach. Leider bekommt der Cockpit-Tisch schon wieder Schlagseite. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Wendepunkt des Törns:Finike. Der Yachthafen ist relativ neu und wohltuend geräumig. So macht das Anlegemanöver richtig Spaß. Außerdem kann man sich hier wieder an Moorings legen. Das leidige Anlegen mit Buganker bleibt uns also diesmal erspart. Klaus ist schon vor uns da und hat einen Platz für uns belegt. Der Hafenmeister weist uns ein, hält uns die Leine hin und hilft mit seinem Schlauchboot beim Einparken nach. In den großzügigen Hafenanlagen finden wir einen Bootsreparatur-Service. Fachmännisch und für gerade mal 20 € wird der Tisch nun wieder an Deck verankert. Abends gehen wir gemeinsam Essen und beobachten anschließend Feiern zum Ende des Ramadans.
Samstag, 14. Oktober Es ist Markttag in Finike und so versorgen wir uns mit frischen Vorräten auf dem ausgedehnten orientalischen Markt. Gegen Mittag legen wir ab. Bei einem Dreier-Wind kreuzen wir nach Westen Richtung Pferdebucht auf der Insel Kekova. Nach Stunden geruhsamen Segelns schläft der Wind allmählich ein. So schalten wir den Motor ein, auch weil sich über dem Festland wieder dunkle Gewitterwolken gebildet haben. Es beginnt bereits zu dämmern als wir die geschützte Bucht erreichen, die ihren Namen von der pferdekopf-ähnlichen Form hat. Die Küchenmannschaft verwöhnt uns mit Lammkottlets und Spagetti, dazu wird ein 5 Liter-Fässchen Bier angezapft.
Sonntag, 15. Oktober Es ist warm, wolkenlos und windstill. Also Baden und ausgiebig Frühstücken. Gegen 10 Uhr legen wir ab. Heute ist unser Ziel wieder die Bayindir-Bucht vor Kas. Die Lappen können eingerollt bleiben, heute muss der Flautenschieber herhalten. Nun haben auch wir die Gelegenheit, diese Touristenstädtchen kennen zu lernen. Es weist ein Amphitheater und eine sehenswerte Altstadt auf. Nach Bummeln und dem Beschaffen neuer Vorräte verholen wir uns wieder in die Bayindir-Bucht. Das kurze Stück dahin lässt sich herrlich raumschots segeln, da der Wind kurzfristig auf 6 Bft. aufgedreht hat. Diesmal legen wir gleich beim Restaurant-Steg an. Einige unserer Crewmitglieder machen einen Ausflug zu den Felsengräbern, zu denen ein schmaler Weg hinauf führt.
Montag, 16. Oktober Da wir heute einen weiten Schlag vor uns haben – unser Tagesziel heißt Gemiler Reede – legen wir schon früh ab. Wegen des angekündigten Tiefdruckgebietes halten wir uns die Option offen, bei schlechtem Wetter auch in Kalkan anzulegen. Bei einem 2er Wind laufen wir unter Motor nach Nordwest. Nach Passieren der Adalari-Inseln westlich von Kalkan lässt der Wind das Segeln zu. Noch ist kein Schlechtwetter in Sicht. So kreuzen wir, bis wir am Nachmittag die Huk umrunden, die die Einfahrt in die Gemiler Reede markiert. Der Wind ist allmählich eingeschlafen. Daher erreichen wir zwei Stunden später unter Motor die Kaltwasserbucht, in der wir auch schon bei der Hinfahrt geankert hatten, und legen uns neben die Lady Be Good. Skipper Wolfgang kreiert einen Super Anleger-Cocktail Eingedenk der teuren Preise in dem Lokal ziehen wir es vor, an Bord zu essen.
Dienstag, 17. Oktober An diesem Tag regnet es immer wieder, der Wind weht nur schwach aus Nord. Unser Ziel ist Fethiye. Auf dem Weg dorthin liefern wir uns mit Klaus eine kleine Privat-Regatta. Das Vergnügen währt allerdings nicht lange. Bald schläft der Wind wieder ein, es regnet anhaltend. Also motoren wir entlang der Küste bis in eine kurz vor Fethiye gelegene Bucht. Trotz des Regens lassen wir uns den Badespaß im angenehm warmen Wasser nicht verderben. Nachmittags setzen wir um die Landzunge in die Marina Fethiye über. Dort liegen schon seit Montag Manfred und Herrmann, so dass nun alle KCF-Yachten wieder beisammen sind. Kurz nach unserem Anlegemanöver kommt Starkwind auf. Unter dem Winddruck reißt ein Gulet einen ganzen Steg mitsamt Versorgungsleitungen aus der Fassung, so dass für einige Stunden Strom und Wasser ausfallen. Abends suchen wir ein Lokal in der touristisch sehr belebten Innenstadt auf.
Mittwoch, 18. Oktober Die Wettervorhersage ist so schlecht, dass Auslaufen nicht in Frage kommt. Daher entschließen wir uns zu einem Stadtrundgang. Mit nur noch 15°C ist es ziemlich kühl geworden. Beim Shopping am Fischmarkt brechen schwere Gewitter mit sintflutartigem Regen aus, dass wir uns eilends in ein Lokal am Markt verziehen. Das Besondere dort: Man wählt sich den Fisch an einem der Verkaufsstände aus und das Lokal bereitet diesen sofort zu. Wir nehmen das Angebot gerne an und entscheiden uns für Shrimps. Den Nachmittag verbringen wir mit einem ausgiebigen Besuch der Basars und Geschäfte. Vor allem die Uhrengeschäfte haben es einigen Crewmitgliedern angetan.
Donnerstag, 19. Oktober Das schlechte Wetter hat sich verzogen. Wir legen um 10 Uhr ab. Beim Blick zurück eine atemberaubende Kulisse: die malerische Stadt, blaues Meer und im Hintergrund nun schneebedeckte Dreitausender. Bei Schwachwind motoren wir quer über den Golf und erreichen mittags eine Bucht namens Sarsala. In der Nähe der Lady Be Good, die vorausgefahren war, lassen wir unseren Anker fallen. Über Funk hören wir, dass Summer Jam und Get Happy in einer Nachbarbucht festgemacht haben. Die wieder warmen Lufttemperaturen laden nun zu einem ausgiebigen Bad ein. Da wir an dieser Stelle aber nicht die Nacht verbringen wollen, verholen wir uns später auf die gegenüberliegende Seite der Bucht direkt an den Steg eines Restaurants. Die Stege sehen abenteuerlich aus: aus Ästen zusammengenagelt, krumm und schief, die Festmacher-Ringe verrostet und fast ausgerissen. Wir zurren unsere Leinen lieber an Bäumen fest. Ähnlich provisorisch sehen die Tische, Bänke und Überdachungen des Lokals aus, das unter Bäumen am ansteigenden Uferhang zusammengeschustert wurde. Später macht neben uns eine Super-Luxus-20-Meter-Segelyacht fest - Wir blicken ein wenig neidisch hinüber. Sie gehört einem älteren holländischen Bauunternehmer, der auf diese Weise seinen Ruhestand genießt.
Freitag, 20. Oktober Der letzte Segeltag. Es ist sonnig und warm. Mit Vorwind segeln wir und die Lady Be Good in die Bucht - um nach der Wende plötzlich in einem Flautenloch zu liegen, während um uns herum eifrig gesegelt wird. Nach ein paar Minuten des Wartens schieben wir beide uns mit Motorhilfe wieder heraus. Bei 4-5 Bft. folgt ein lang vermisstes Segelvergnügen. Mit über 8 kn rauschen wir am Wind Richtung Göcek. Leider war die Brise nur lokal. Als wir später wieder mit schlappen Segeln herumhängen, werfen wir die Maschine an und fahren in Göcek Marina erst mal tanken. Die uns dann noch verbleibenden zwei Stunden verbringen wir mit Segeln zwischen den Inseln. Pünktlich um 16:00 Uhr legen wir am Ausgangshafen an. Für manche von uns war dies der erste Türkei-Törn. Trotz der zwei Regentage war es ein gelungener Törn in einer traumhaften Gegend. Noch oft werden wir uns daran erinnern.
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