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Südsee 2007 |

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vom 17.05. bis 04.06.2007
Die Südsee lockt, sie weckt Wünsche und Träume. Inseln auf der anderen Seite unseres Erdballes unter Segeln erkunden. Der Begriff Südsee suggeriert die Vorstellung: einsame Inseln; traumhaft weiße endlose Sandstrände unter Palmen. Zumindest in Werbeprospekten und auch in Berichten von Seglern wird die Südsee so dargestellt und beschrieben.
Bei dem Gedanken an die Südsee wird aber auch sogleich die Erinnerung an die Entdeckungsgeschichte dieses Archipels durch James Cook wachgerufen, der auf Tahiti gelandet ist und nach Europa Berichte über wunderschöne mit Blumen geschmückte Frauen transportiert hat. Uns Segler beeindruckt zwar auch die Entdeckungsgeschichte dieser Inseln mit unberührter Natur. Fernweh jedoch wird geweckt durch Schilderungen und Berichte von Blauwasserseglern über z.B. Tahiti, BoraBora usw. Dort ist von einsamen Ankerbuchten und urwüchsigem Leben der Inselbewohner die Rede.
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So ist es nicht verwunderlich, dass der Gedanke aufkam - insbesondere nach dem erfolgreichen Seychellen-Törn zweier KCF-Crews - das Segelrevier der Südsee sowie Land und Leute zu erkunden. Nicht wie Blauwassersegler auf eigenem Kiel, sondern als Charterer eines Katamarans.
Diese Idee, von Helga Pforr auf der"boot 2006" geboren, ist bei Klaus und Moni Steiger auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. Klaus hat sofort die Aufgaben und Mühen des Skippers übernommen, zumal er bereits auf Erfahrungen bei der Führung von Katamaranen zurückgreifen konnte und über beste Kontakte zu KH + P Yachtcharter verfügt. Diese Charter-Agentur hat sich überdies seit Jahren als Spezialist für Segeltörns in der Südsee profiliert.
Die Idee Segeln in der Südsee wurde im Freundes- und Bekanntenkreis publik. Nach einiger Zeit war die Crew aufgestellt: Klaus und Moni Steiger, Gerhard und Helga Pforr, Joachim und Margit Hefele sowie Günther Pfeffer und Anna Maria Havrilla.
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KH + P Yachtcharter bietet im Mai/Juni einen geführten Törn im Seegebiet der Gesellschaftsinseln/Französisch Polynesien an. Der Skipper kann bei dieser Törngestaltung auf Ortskenntnisse und Empfehlungen des Flottillenführers zurückgreifen. Die Infos des Törnführers betreffend sichere Ankerplätze, günstige Einkaufsmöglichkeiten, Wasserversorgung, Restaurants und auch Landausflüge reduzieren den Aufwand des Skippers zur Organisation des Törns erheblich. Trotz Törnführer waren die einzelnen Schiffe nicht zum Segeln im Flottillen-Verband verpflichtet, sondern konnten völlig unabhängig voneinander ihren Törn gestalten.
Der Flug mit Air France in die Südsee war etwas beschwerlich: ca. 30 Stunden Anreise von Frankfurt über Paris, Los Angeles nach Papeete auf Tahiti und von dort nochmals mit einem Inlandflug nach Raiatea – mit erheblichen Wartezeiten auf allen Flughäfen!
Wir sind am Donnerstag den 17.05.07 mittags in Frankfurt abgeflogen und am Freitag 18.05.07 Ortszeit 03:50 in Papeete, der Hauptstadt Tahitis, angekommen. Nach etwa 4 Stunden Wartezeit ging es mit Air Tahiti nochmals ca. 2 Längengrade weiter Richtung Westen zum Flugplatz der Insel Raiatea; Ankunft dort ca. 08.15. Mit einem Bus vom Typ Nachkriegszeit - sprich für Personentransport umgebautem LKW – wurden wir zur ca. 5 km entfernten Charterbasis gekarrt. Wir waren damit in der Südsee auf etwa 16 ° südliche Breite und 151 ° westlicher Länge angekommen – bis zur Datumsgrenze fehlten uns noch ca. 29 Längengrade!
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Ohne Pause wurde der Katamaran Typ Bahia 46 von Skipper Klaus und Joachim übernommen. Die restliche Crew musste einkaufen. In einem ca. 5 km entfernten Supermarkt mit prall gefüllten Regalen und bestem Warensortiment – für uns eine große Überraschung – wurde ein Kleintransporter mit Proviant für die nächsten Tage gefüllt und vom Personal des Supermarktes als Service-Leistung zum Schiff gefahren. Am Nachmittag war das Schiff klar zum Auslaufen und die Crew hundemüde. Trotzdem haben wir uns in eine Bucht der nördlich von Raiatea gelegenen Insel Tahaa verholt. Bis zu unserem Liegeplatz an einer Boje waren nur ca. 4 sm innerhalb des Riff-Gürtels zurückzulegen. Danach gab es endlich Abendessen in dem wunderschön am Strand der Bucht gelegenen Restaurant Taravana YachtClub mit Schlafeinlagen einzelner Crewmitglieder am Tisch, auf dem Rasen, im Sand oder auch auf `ner Parkbank.
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Am nächsten Tag war die Crew endlich ausgeschlafen, frisch und begierig, aus dem Riffgürtel hinaus zu fahren und die offene See zu erleben. Von dem Vercharterer war vorgegeben, dass aus Sicherheitsgründen nur bei Tag gesegelt werden durfte und in Absprache mit dem Törnführer die Inseln Raiatea, Tahaa, Huahine, BoraBora und Maupiti mit Distanzen über die offene See von bis zu ca. 50 sm angesteuert werden sollten. Innerhalb der Riffgürtel war in der Regel Motorfahrt mit Augapfelnavigation auf den nicht immer zuverlässig betonnten Fahrwassern angesagt. Segeln war nur dann möglich, wenn die binnenseeartigen Wasserflächen auf der Seekarte keine Untiefen auswiesen. Und das war selten der Fall! Aus diesem Grunde war das Segelerlebnis innerhalb des Riffgürtels arg eingeschränkt und der Badeurlaub dementsprechend deutlich ausgedehnter. Der Besuch langer weißer Sandstrände musste ausfallen, da keine ausgemacht wurden, ganz im Gegensatz zu Versprechungen in Werbeprospekten. Vielleicht lag dies aber auch an unserer unzureichenden Navigation.
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Gleich zu Beginn des Törns wurde angekündigt, dass die Reise nach Maupiti nur bei günstigen Wetterbedingungen vom Vercharterer genehmigt werden würde. Begründung: Die Passage durch den Riffgürtel von Maupiti sei außerordentlich gefährlich. In der letzten Woche habe man ein Schiff durch Strandung bei der Ansteuerung des Passes verloren! Um es vorweg zu nehmen: Maupiti haben wir nicht ansteuern dürfen, so dass wir nur die Inseln Raiatea, Tahaa, Huahine und BoraBora erkunden konnten.
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Kehren wir zurück zum Samstag, den 19.Mai, dem Tag, an dem die Crew nach der irrsinnig langen Anreise ausgeschlafen und begierig dem 1. großen Schlag über offene See zur Insel Huahine entgegenfieberte. Dieser Schlag hat alle Erwartungen erfüllt. Wir hatten guten Wind, sind bei ordentlicher Welle mit 9 bis 10 Knoten „wie auf Schienen“ gesegelt und hatten bei Einlaufen in den Paß des Riffgürtels von Huahine 53 sm auf der Logge. Ein Crew-Mitglied beschrieb das später so: man konnte die Bier- und Schnapsgläser auf der Back stehen lassen ohne besorgt sein zu müssen, etwas von dem wertvollen Naß zu verschütten! Auf Huahine war für 2 Tage Baden und Inselrundfahrt angesagt: Besichtigung von Land und Leuten, von alten Kultstätten der Ureinwohner, einer Perlenfarm und natürlich wieder einkaufen.
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Ähnliches Lust-Segeln hatten wir dann 2 Tage später am 22. Mai auf der Rückfahrt von Huahine nach Tahaa, diesmal mit 42 sm auf der Logge. Am nächsten Tag sind wir nach BoraBora ausgelaufen (35 sm), um genügend Zeit für den Schlag nach der westnordwestlich gelegenen Insel Maupiti zu haben. Daraus wurde dann allerdings aus den bereits weiter oben dargelegten Gründen leider nichts, so dass viel Zeit für BoraBora übrig blieb.
Die Fahrt nach BoraBora war beeindruckend. Von Beginn an waren voraus die markanten Berge von BoraBora mit der eindrucksvollen Wolkenkappe auszumachen. Diese Aussage soll u.a. darauf verweisen, dass wir gutes Wetter hatten, d.h. Sonne und Wind. Den Wind konnten wir während der 4 Törns von Insel zu Insel genießen, beginnend mit dem Schlag von Tahaa nach Huahine und zurück nach Tahaa, dann von Tahaa nach BoraBora und wieder zurück nach Tahaa sowie auch bei einem kleinen Lustschlag außerhalb des Riffgürtels von Tahaa nach Raiatea mit ca. 15 sm, so dass wir insgesamt über offene See 197 sm gesegelt sind und „binnen“ nochmals 12 sm unter Segeln und 65 sm unter Motor im Kielwasser gelassen haben. Insgesamt sind 274 sm geloggt worden. Immerhin, doch ganz schön für einen Urlaubstörn!
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Auf BoraBora haben wir 3 Tage innerhalb des Riffgürtels verbracht mit Baden, Schnorcheln, und „Speisen“ im südseeweit bekannten VIP-Restaurant BLOODY MARY.
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Den einzigen massiven „Südseeregen“ haben wir auf BoraBora erlebt, an einer Boje vor dem BoraBora-YachtClub. Es goss wie aus Kübeln mit Badewasser-Temperatur. Wir haben gut geschützt unter dem Katameran-Dach gewartet: 1. auf das Ende des Regens und 2. darauf, dass der vor uns Wasser bunkernde Kat endlich fertig werde. Nach einiger Wartezeit hat unser Vorgänger den Platz geräumt; wir konnten anlegen und den Wasserschlauch übernehmen. Danach haben wir etwa 1 Stunde ausharren müssen bis unsere beiden Tanks mit je knapp 500 Liter Fassungsvermögen gefüllt waren. Dies ist die andere Seite der Südsee-Romantik!
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Da Maupiti nicht angelaufen werden durfte sind wir am 4. Tag nach unserer Ankunft auf BoraBora am Pfingstsonntag (27.05.07) wieder nach Tahaa zurückgesegelt.
Am 28. Mai war unser Hochsee-Segeln beendet: bei leichtem Wind konnten wir außerhalb des Riffgürtels von Tahaa nach Raiatea die oben erwähnten 15 sm segeln. Ein zweiter Versuch am letzten Tag vor Rückgabe des Kats musste gestrichen werden: kein Wind. Rasmus, der Gott der Winde war uns nicht mehr wohl gesonnen, obwohl wir ihm regelmäßig geopfert hatten. Anmerken muß man in diesem Zusammenhang ehrlicherweise: es ist außerordentlich schwierig, das richtige Maß zu finden, Rasmus geneigt zu stimmen, guten Wind zu schicken. Entweder haben wir zu viel getrunken--- geopfert oder zu wenig. Diese Frage war nicht mehr zu klären.
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Bis zur Rückgabe unseres Kats haben wir innerhalb des Riffgürtel der beiden Inseln gebadet, geschnorchelt und wieder Landausflüge gemacht. Der Vollständigkeit halber muß hier noch angemerkt werden, dass wir auch Gelegenheit hatten, Volkstänze zu bewundern. Diese Tänze kann man nicht beschreiben. Man muß sie erleben.
Bestandteil unseres Aufenthaltes auf Tahaa war auch der Besuch einer Vanilla-Farm. Unser Törnführer Klaus Stede hat bei dieser Gelegenheit 2 kg Vanilla für seinen Sohn gekauft, der nach seiner Aussage in einem Spitzenrestaurant als Koch tätig sei. Mit diesem Kauf habe er ein Riesengeschäft gemacht, weil in Deutschland dieses Gewürz „nahezu unerschwinglich“ sei. Wir verfügten nicht über Spitzenkoch-Kenntnisse in unserer Crew, so dass wir diese Aussage nicht überprüfen konnten bzw. können.
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Abschließend lässt sich sagen: Das Bild von Frauen mit Blumenkränzen auf dem Kopf und Blumen hinterm Ohr, in Gemälden von Gauguin nach Europa vermittelt, trifft heute noch zu. Wir haben gesehen und erlebt: Frauen mit Blumenkränzen auf dem Kopf sitzen als Kassiererinnen an den Kassen der Supermärkten und laufen ganz selbstverständlich mit dieser Bekleidung auch auf den Straßen herum, heute noch! Auch die Männer tragen Blumen hinter die Ohren gesteckt, ganz unbekümmert in der Öffentlichkeit. Auch tätowierte Körper gehören zum Straßenbild. Leicht auszumachen, denn bei den vorherrschenden Temperaturen ist die Bekleidung mit Shorts und Turnhemden in der Regel Standard.
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Den Kat haben wir in der Charterbasis auf Raiatea am Freitag-Vormittag, den 01.06.07 zurückgegeben. Mit Air Tahiti ging es dann gegen Mittag nach Papeete auf Tahiti. Dort waren wir für 3 Nächte in einem First-Klass-Hotel untergebracht, mit Leihwagen für die ganze Zeit. Dies bot Gelegenheit, Tahiti auf dem Landweg zu erkunden und natürlich auch das Gauguin-Museum zu besuchen.
Der Rückflug mit Air France war wieder beschwerlich: 30 Stunden Rückreise mit gleichen Zwischenstopps wie auf dem Hinflug.
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Wiederholen wollen wir diese Reise nicht. Aber wir sind alle froh, die Reise gemacht zu haben. Hat sie uns doch einen Eindruck der Südsee vermittelt. Teilweise übereinstimmend mit den Klischees, teilweise aber auch abweichend davon.
Gerhard Pforr / Dez. 2007
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