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Mallorca 2007 |
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Mallorcatörn 21. Juli bis 04. August 2007 |

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Am Sa., den 21. Juli 2007 trafen sich sechs begeisterte Fahrtensegler unseres Clubs am Flughafen Frankfurt zu einem 14 - tägigen Segeltörn rund Mallorca. Es waren diese: Ursula und Hans - Joachim Mehlhorn, Regina Knop, Thomas Löffler, Annemarie Kraus - Braunbeck und Werner Kraus. Alle, außer Annemarie, sind es erfahrene Fahrtensegler, beste Voraussetzungen zum Gelingen des Unternehmens. Es sollte ein Bade-/Erholungstörn mit viel Spaß ohne „Meilenmaximierungsstress“ werden, von dem ich berichten möchte.
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Samstag, 21. Juli 2007 |

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Unser Flieger landete pünktlich um 07:15 auf Palma de Mallorca. Den ca. 60 km entfernten Ausgangs- und Zielhafen Alcudia erreichten wir mit „Jener Bus“ um 09:00h. Der Transfer war vorbestellt. Unser Schiff, die CHANTAL, eine Bavaria 39, war uns zur Übernahme für 11:00h zugesagt. Vorher schauten wir uns in dem großzügig angelegten, sauberen Jachthafen um und nahmen in einem der zahlreichen Restaurants ein Frühstück zu uns. Während sich Thomas und ich mit der Schiffsübernahme befassten, war der Rest der Crew aufgebrochen, um die Provianterstausstattung in einem Supermarkt in Alcudia zu ordern. Die Schiffsübergabe erfolgte von seitens des Vercharterers nach „spanischer Methode“ per Zuruf. Hans – Peter, der Mitarbeiter des Vercharterers, übergab uns das Schiff ohne schriftliche Bestätigung des Inventarbestandes. Ich hatte 3 der 5 Türen reklamiert die sich nicht schließen ließen. Auf seinen Einwand hin, dass dies nur mit neuen Türen zu beheben sei, die erst eingeflogen werden müssten, nahmen wir die Sache kurz in Augenschein und beschlossen, dies selbst in die Hand zu nehmen. Mit einigen Hammerschlägen wurden die Scharniere gerichtet und die Türen waren funktionsfähig. Gegen 15:00h traf der Proviant ein, wurde gebunkert, ehe wir ein erfrischendes Bad am nahe gelegenen Meeresbadestrand nahmen. Nach dem Abendessen an Bord erkundeten wir die Gegend im Hafenbereich. Mit Einbruch der Dämmerung stellten eine Vielzahl von „fliegenden Händlern“ ihre Stände längs der Mole auf. Ein bunt gemischtes Völkchen, das eine Vielzahl von Souvenirs, Schmuck und leckeren Sachen anbot. Da wir einen langen Tag hinter uns hatten, suchten wir gegen Mitternacht unsere Kojen auf und versanken bald in den wohl verdienten Schlaf.
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Sonntag, 22. Juli 2007 |

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Der erste Segeltag galt dem Kennen lernen unserer Segelyacht. Als Ziel wählten wir den nahe gelegenen Hafen Colonia de San Pedro, der ca. 10 sm südöstlich unseres Ausgangshafens in der Bucht Alcudia liegt. Nach kurzer Fahrt erkannten wir, dass unser Windmesser nicht anzeigt. Der Loggewert war auch nicht brauchbar. Dies war jedoch kein Problem, denn die Fahrt über Grund lieferte uns der GPS-Plotter. Bei aufbriesendem Wind refften wir, getreu dem Spruch: „Reffe, wenn du zum ersten Mal daran denkst unabhängig davon, ob mit oder ohne brauchbarer Windanzeige“. Aber sonst war unsere Chantal „gut unterwegs“. Wir erreichten unser Ziel nach 3h, eine saubere moderne Marina mit allen notwendigen Versorgungseinrichtungen am Steg. Das selbst zubereitete, verspätete Mittagessen, Kotelett, Spaghetti und Tomatensoße nahmen wir auf dem Schiff zu uns. Am nahe gelegenen Badestrand genossen wir das saubere, warme Meerwasser. Ab 21:00h Landgang mit Abendessen im Restaurant „Tarrassa“. Zur Auswahl stand gute spanische Küche. Wir genossen den Abend bei leckeren Speisen und Rotwein.
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Montag 23. Juli 2007 |

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Für Dienstag war ein Schlag Ratjada - Mahon / Menorca vorgesehen. Die Wetterprognose vereitelte dies, denn es war Wind Bft 5 aus NO angesagt. Wir hätten die Welle recht voraus über eine direkte Distanz von 40 sm gehabt. Dies war in einer angemessenen Zeit mit aufkreuzen nicht zu schaffen und entsprach nicht unserer Törnphilosophie. Also entschieden wir uns für Puerto de Pollenca, die nördlichste Marina Mallorcas. Unter Halbwindkurs aus SW und Bft 5 erreichten wir nach ca. 3h Fahrt unser Ziel und konnten an der Transitmole fest machen. Auch hier nahmen wir am nahe gelegenen Strand ein erfrischendes Bad, ehe wir uns für den Landgang ab 21:00h fein machten. Per Bus ging es zur Altstadt, ein Muss, alte Gebäude in maurischem Stil, dazwischen sehr schöne Restaurants. Nach ausgiebigem Abendessen fuhren wir per Taxi zurück zum Schiff, wo die Tagesereignisse nochmals diskutiert wurden. Der Spruch des Abends von unserem wissbegierigen Neuling: „Wie heißt die Halse, die so schnell kommt und keiner will?“ Das Gelächter war unbeschreiblich. Wir hatten einen schönen Segeltag erlebt und krochen erschöpft in die Kojen.
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Dienstag, 24. Juli 2007 |

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Heute wollten wir die auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht Pollenca gelegene idyllische Marina Puerto Bon Aire oder auch Puerto Cocodrilo genannt, anlaufen. Die Marina ist ein Geheimtipp bei den Yachties. Sie liegt nur 4 sm entfernt. Deshalb hatten wir mit dem geplanten Auslaufen keine Eile und das Frühstück wurde gebührend zelebriert. Leider bekamen wir auf Anfrage keine Reservierung. Deshalb beschlossen wir einen Hafentag einzulegen. Wir vergnügten uns beim Bummeln längs der Strandpromenade. Es gab wunderschöne Häuser zu bestaunen. Natürlich fehlte nicht der Badegang in einer der zahlreichen Badebuchten. Das Abendessen, Hühnerbrust in Gemüsereis und Tomaten wurde gemeinsam zubereitet und schmeckte köstlich. Der Spruch des Tages von Jochen zu Annemarie: “Das musst du essen (Knobisoße) damit du riechst wie wir, sonst passt du nicht ins Nest!“ Von 21:00h bis Mitternacht war Landgang angesagt mit abschließendem Tanz in einem der vielen Straßenrestaurants. Ehe wir unser Schiff aufsuchten, bestaunten wir am Strand die Sandmotive, die von noch unentdeckten Künstlern modelliert wurden.
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Mittwoch 25. Juli 2007 |

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Heute stand die Entscheidung an: Umrundung Mallorca im Westen? An der Westküste gibt es nur Steilküste und den einzigen Hafen Puerto de Soler, Entfernung 36 sm. Da wir in der Hochsaison fuhren und eine Überbelegung nicht ausschließen konnten, entschieden wir die Insel im Osten mit seiner Vielzahl von Häfen und Ankerplätzen zu erkunden. Wir wählten als Tagesziel die ca. 25 sm entfernte Bucht Cala Molto. Wir durchkreuzen mit Amwindkurs bei Windstärke 3-5 Bft aus NO die beiden Buchten Pollenca und Alcudia. Um 16:30h lagen wir an unserem Ziel vor Anker. Eine sehr schön gelegene Bucht in der bereits 5 Yachten ankerten. Vom smaragdgrünen, sauberen Wasser animiert stürzen wir uns sofort in die Fluten. Doch gleich kam aus dem Nachbarboot die Warnung: „Achtung Feuerquallen!“ In der Tat, kleine Biester von ca. 5 cm Durchmesser zogen behäbig ihre Bahnen. Das Badevergnügen war damit jäh beendet. Ich kontrollierte noch mal die Lage des Ankers ehe ich vorsichtshalber den Badespass aufgab. Wegen der Anstrengung des Tages fielen alle in Tiefschlaf, ehe mit vereinten Kräften das Abendessen, Reis mit Würstchen und diversen Salaten, zubereitet wurde. In der Abenddämmerung wurde Sangria mit Käsestückchen gereicht und aus dem reichhaltigen Fahrensschatz der Fahrtensegler berichtet. Ein schöner Segeltag ging zu Ende.
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Donnerstag 26. Juli 2007 |

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Für heute hatten wir Cala d´ Or als Zielhafen gewählt. Noch vor dem Frühstück nahmen wir ein Bad, da keine Feuerquallen zu sehen waren. Frisch gestärkt hieß es um 10:00h: „Anker auf“! Bei mäßigem Wind aus SO, der später bis auf Bft 5 aufbrieste, segelten wir mit Amwindkurs die Küste längs. Um den ersten Hunger zu überwinden, versorgte uns Annemarie am Nachmittag mit köstlichem Salat und Obst. Gegen 16:00h erkannten wir die Landmarke, schwarz/weiß gestreifter Turm, zur Einfahrt in die dreifingrige Bucht. Der südliche Finger ist als Naturhafen ausgebaut und gilt als sicherster Hafen Mallorcas. Der modern ausgerüstete Hafen hat über 500 Liegeplätze und verfügt über alle Einrichtungen das ein Yachtieherz höher schlagen lässt. Hier bekam ich auf Anfrage per Handy vor der Einfahrt eine Reservierungszusage. Gleich beim Einlaufen dirigierte uns ein Marinero in die hinterste Ecke des Hafens, in unmittelbarer Nähe zur neu errichteten Toilettenanlage „vom Feinsten“. Thomas war Rudergänger und hatte meisterhaft unsere Chantal in die enge Box gesteuert. Den großen Hunger stillten wir an Bord mit Kotelett, Kartoffeln und Bohnen. Am Abend war Landgang in die sehrschöne Altstadt angesagt. Wir bummelten in der Fußgängerzone mit ihrer Vielzahl von Boutiquen, Geschäften und Restaurants. Während Annemarie und ich gegen Mitternacht den Rückweg zur Marina antraten, vergnügte sich der Rest der Truppe auf ein Stündchen in einem Restaurant bei „fetziger Lifemusik“. Gemeinsam nahmen wir dann auf dem Schiff noch einen „Absacker“, ehe wir nach einem sehr schönen Segeltag in die Kojen verschwanden.
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Freitag, 27. Juli 2007 |

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Unser heutiges Ziel war Sa Rapida, Entfernung etwa 20 sm. Leider kam über den ganzen Tag kein vernünftiger Wind auf, so dass die gesamte Strecke unter Motor zurückgelegt werden mussten. Schon recht früh trafen wir an unserem Ziel ein und legten uns an die Transitmole, da sich per Funk keiner meldete. War klar, denn von 13:00h bis 16:00h ist Siesta, da geht in Spanien nichts. Dennoch kreuzte ein Marinero auf und machte uns klar, dass dieser Platz schon reserviert sei. Also übernahmen wir Trinkwasser und gingen im Bereich der Hafeneinfahrt auf Reede. Es gab schon mehrere Ankerlieger. Den Nachmittag verbrachten wir mit Baden und Faulenzen am Strand der einer der schönsten Mallorcas sein soll. Der Spruch des Tages von Thomas: “Stundenlang kann man hier willenlos rumsitzen! Unser Urlaub war angekommen! Plötzlich kam Bewegung in die Schar der Yachties. Nacheinander fuhren alle in den Hafen und bekamen einen Liegeplatz zugewiesen. Wir folgten und lagen letztlich neben dem Platz, den wir vorher belegt hatten. Diese Marina verfügt über 456 Liegeplätze. Sie hat alle Serviceeinrichtungen eines modernen Hafens und liegt strategisch günstig, da die Distanzen nach Palma und der Trauminsel Cabrera relativ kurz sind. Zum Besuch von Cabrera benötigt man eine Genehmigung die min. 3 Tage vorher eingeholt werden muss. Wir verzichteten auf den Besuch, da in den Sommermonaten der Aufenthalt auf eine Nacht begrenzt ist und wir uns nicht zeitlich festlegen wollten. Am Abend war Landgang mit Abendessen in einem der sehr schönen Lokale längs des felsigen Ufers mit Blick zur See bei fast Vollmond angesagt. Auf dem Rückweg mussten wir uns beeilen, denn die Marina wird rund um die Uhr bewacht und die Zugänge sind ab Mitternacht verschlossen.
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Samstag, 28. Juli 2007 |

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An diesem Abend wollten wir in der Nähe von Palma liegen und wählten als Ziel Cala Nova. Vor dem Frühstück hieß es „Leinen los“! Wir legten uns vor dem Ha-fen auf „Reede“ und badeten ausgiebig im glasklaren Wasser. Gegen 10:30 hieß es, „Anker auf“ und wir segelten bei einer leichten Briese aus SO unserem Tagesziel entgegen. Auf Höhe Palma versuchte ich in einem der Nobelclubs per Funk und Handy eine Reservierung zu bekommen. Einmal wurde ich durchgestellt. Als die Dame unsere Schiffslänge erfuhr, lehnte sie spontan ab. Die Schiffslänge war wohl nicht „angemessen“. Für Cala Nova erhielt ich dann eine Reservierung. Bei der Ankunft wurde uns von einem freundlichen Marinero ein Platz an der Gästemole zugewiesen. Dieser bewachte Yachthafen liegt ca. 2 sm westlich von Palma und verfügt ebenfalls über alle Serviceeinrichtungen, die ein moderner Hafen bietet. Wer „null Bock“ auf Lärm, Trubel und Schmutz hat und die gesalzenen Liegegebühren der Nobelclubs Palmas der Bordkasse nicht zumuten will, der ist hier „goldrichtig“.
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Dennoch braucht man nicht auf den Stadtbummel in Palma zu verzichten. Für 1,10 € gibt es die Möglichkeit den Bus, Linie 3, im 10-Minutentakt zu nutzen. Die Haltestelle befindet sich direkt bei der Marina. Nach ca. 20 min Fahrzeit ist man mittendrin in Palma, Fußgängerzone, Bereich Kathedrale. So hielten wir´s auch. In den Abendstunden genossen wir das Panorama der Stadt. Der Blick von der Anhöhe der Kathedrale zur Marina war beeindruckend. Auch die vielen engen verwinkelten Gassen mit ihrer mittelalterlichen Bausubstanz waren überwältigend. Den Abend beschlossen wir bei einem Abendessen in einem urigen Restaurant, das sicher in grauer Vorzeit als Weinkeller diente. Nach Mitternacht begaben wir uns auf den Heimweg, sprich auf Taxisuche, was um diese Uhrzeit viel Geduld erforderte, denn der Bustransfer endete um 23:30h und viele wollten zurück. Wir bekamen 2 Taxen. Jedoch brachten uns die Fahrer nach Palma Nova anstelle Cala Nova, ca. 15 km westlicher. Die überhöhten Taxirechnungen handelten wir von 38.- auf 20.-€ herunter. Alle waren zufrieden und wir legten uns bald nach einem ereignisreichen Tag „flach“.
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Sonntag, 29. Juli 2007 |

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Für heute war ein Hafentag mit einem weiteren Besuch von Palma angedacht. Nach ausgiebiger Nachtruhe begaben wir uns zum Baden in die gegenüber liegende kleine Badebucht. Die Schattentemperatur erreichte 30°C und so war für andere Aktivitäten kein Raum. Am Spätnachmittag nahmen wir in einer nahe gelegenen Pizzeria eine kleine Zwischenmahlzeit, ehe wir wieder, wie gehabt, per Bustransfer nach Palma fuhren. Gegen 17:00h nahmen wir an einer audio geführten Stadtrundfahrt mit der Linie 50 teil. Die Fahrt konnte beliebig unterbrochen werden. Wir machten davon Gebrauch am Castel de Bellver. Eine kreisförmige Burg auf einem Hügel im Westen Palmas, erbaut 1309 und als Sommerresidenz für die Könige geplant. Sie diente jedoch vorwiegend als Gefängnis. Heute werden hier häufig Empfänge und Konzerte abgehalten. Man hat von dort den totalen Überblick über die Stadt. Das Abendessen nahmen wir in einem der zahlreichen Straßenrestaurants mit Blick zur Kathedrale ein, in unmittelbarer Nähe des Palau de Almudaine, dem Amtssitz des spanischen Königs. Gegen 22:30h waren wir wieder bei unserer Chantal, allerdings mit Rückfahrt per Bus. Nach einem Absacker und reichlich Gesprächsstoff sanken wir ins Reich der Träume.
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Montag, 30. Juli 2007 |

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Von nun an geht´s zurück. Wir mussten am Freitag 17:00 im Ausgangshafen am Steg sein. Die Westumrundung kam nicht in Frage. Laut Wetterprognose war für die Region Menorca ab Monatag und Dienstag bis 5 Bft aus Nord angekündigt. Also im Osten zurück und wir wählten als Tagesziel die romantische Bucht Cala Pi. Gegen 10:00h setzten wir die Segel und kreuzten bei einem mäßigen SO- Wind unter Bft 3-4 unserem Ziel entgegen. Angekommen um 15:00h mussten wir feststellen, dass die Bucht bei einem mäßigen Schwell in Bucht schon von einigen Ankerliegern belegt war. Gemeinsam mit einem französischen Yachtie versuchten wir uns zwecks Ankerplatzes zu arrangieren. Es war riskant. Auch versprach der Schwell für die Nacht zu einem „heißen Ritt“ zu werden. Deshalb zogen wir und auch der Franzose weiter. Unser neues Ziel war Port S´ Estanyol. Auf Anfrage erhielten wir eine Reservierung, obgleich nur Platz für 6 Gastlieger verfügbar ist. Den Geruch der nahe gelegenen Dieselzapfsäule reklamierten wir beim Entrichten der Liegegebühr. Die Zapfsäule wurde daraufhin ab 20:00h mit einer Plane umhüllt. Im nahe gelegenen Ort ist die Zeit stehen geblieben. Man hat den Eindruck, dass sich hier eine Dauersiesta eingeschlichen hat. Der Hafen wird von Yachties kaum genutzt, obwohl alle notwendigen Serviceeinrichtungen im sauberen Zustand vorhanden sind. Das Abendessen nahmen wir im gepflegten Hafenrestaurant ein, ehe wir uns an Bord noch 2 Flaschen Sekt bei übermütiger Laune gönnten. Zeitweise wurde Annemarie in Marianne umgetauft, was wohl dem Alkoholkonsum und der gute Laune zuzuschreiben war. Nach einem sehr schönen Segeltag krochen wir zu später Stunde zufrieden in die Kojen.
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Dienstag, 31. Juli 2007 |

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Als Ziel hatten wir heute Porto Colom gewählt, die größte geschützte Bucht an der Ostküste mit einem relativ kleinen Hafen, der nur geringe Wassertiefen zwischen 1,6 bis 1,8m hat. Für unseren Tiefgang von 1,8 m ungeeignet. Wir hatten uns deshalb für eine Nacht „auf Reede“ verständigt. Um 10:30h hieß es „Leinen los“ und unter vollen Segeln, bei einem Wind der Stärke 3 – 4 aus SO kreuzten wir bis Cabo Salinas, die Südspitze Mallorcas, gegen den Wind auf. Danach ging’s unter rauschender Fahrt mit Halbwindkurs die wild romantische Ostküste längs, vorbei an Cala Figuera, Porto Petro, Cala d´ Or. Auf Ursels Wunsch unterbrachen wir unsere zielgerichtete Fahrt zum Üben von MOB - Manöver. Jochen und Regina fuhren das Quick – Stopp - Manöver, Ursula, Thomas und ich fuhren zur Abwechslung das MOB – Manöver mittels Q-Wende. Alle waren beim ersten Mal erfolgreich, sodass wir mit gutem Gewissen, etwas für die Sicherheit getan zu haben, weiter fahren konnten.
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Da wir schon um 16:00h auf Höhe Porto Colom waren entschieden wir für die Nacht statt Bojenfeld in Porto Colom, Stegplatz in Porto Christo. Um 18:15 war es geschafft. Auf Anfrage wurde uns ein Platz am ersten Steg des Clubs Nautico zugewiesen. Die gegenüberliegenden Plätze des Stadthafens waren schon belegt. Sie werden wegen der Stadtnähe und des günstigeren Preises bevorzugt. Zum Ausgleich lagen wir dicht beim Schwimmbad, das wir kostenfrei besuchen konnten. Der Hafen liegt landschaftlich sehr schön. Es sind alle erforderlichen Einrichtungen in einem sehr ordentlichen Zustand verfügbar. Zur Abwechslung speisten wir an diesem Abend auf unserem Schiff, ehe wir am Abend einen Stadtbummel unternahmen. Der gegenüberliegende Stadthafen grenzt direkt an den Ort mit viel Atmosphäre. Bei einem Bier ließen wir noch mal mit Blick zu unserem Schiff das Tagesgeschehen revuepassieren, ehe wir zurück zum Schiff gingen und erschöpft in die Kojen fielen.
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Mittwoch 01. Juli 2007 |

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Da wir mit unserem „Rückweg“ schon gut vorangekommen waren, entschieden wir uns für einen Hafentag, was nachträglich betrachtet fast fatal war. Aber dazu später. Der Besuch der Tropfsteinhöhle, Cuevas del Drach nahe Porto Christo ist ein Muss. So entschieden wir, heute diese Höhle zu besuchen. Nach ausgiebiger Nachtruhe und solidem Frühstück erreichten wir nach kurzem Fußmarsch den Eingang zur Höhle. Stündlich wird eine begrenzte Anzahl Besucher eingelassen. Die Führung ist gut organisiert. Wir warteten im Schatten unter Pinienbäumen bis wir Punkt 12:00h eingelassen wurden. Eine riesige, weit verzweigte, malerisch beleuchtete, ca. 2 km lange Höhlenanlage lag vor uns. In der Mitte befindet sich der 177m lange Llac Martel (Martelsee), benannt nach dem französischen gleichnamigen Forscher, der diese Höhle zuerst erkundete. Während der Führung wird auf dem See ein kurzes Konzert abgehalten. Leider wurde die Ruhe während des Konzertes durch ein schreiendes Baby gestört. Der Gesamteindruck war überwältigend. Der Besuch ist sehr empfehlenswert. Drei km nördlich der Ortschaft gibt es noch die Coves dels Hams. Als weitere Attraktion gibt es noch das Acuario de Mallorca mit einer Vielzahl von exotischen Fischen. Beides werden wir bei unserem nächsten Mallorcatörn besuchen. Wir nahmen am Schiff ein verspätetes Mittagessen, ehe wir uns im Clubpool in der Sonne aalten und ganz einfach faulenzten. Den Abend beschlossen wir mit einem gepflegten Abendessen in einem dem Hafen gegenüberliegenden Straßenrestaurants mit Blick zur Hafenanlage bei sternklarer Nacht.
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Donnerstag, 02. Juli 2007 |

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Die heutige Wetterprognose für Freitag, unser letzter Tag, um den Ausgangshafen zu erreichen, war etwas besorgniserregend. Es war Windstärke Bft 5-6 aus N angekündigt, also auf unserem Kurs Wind und Welle recht voraus, was sich dann auch bestätigte. Das war nicht mehr zu ändern. Als heutiges Ziel entschieden wir uns für die Marina Cala Radjada. Ein Hafen, den wir noch nicht kannten. Nach relativ kurzer Fahrt erhielten wir auf Anfrage eine Reservierung. Bei Ankunft wurde uns ein Platz im Stadthafen, Nähe Schnellfährenanleger zugewiesen. Der Schwell war entsprechend. Man liegt dort längs, max. im 2er-Päckchen, so die Auskunft des Hafenmeisters. Da der Tag noch „jung“ war, nahmen wir in der nahe gelegenen Bucht ein angenehmes Bad.
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Am Abend war Landgang mit Abendessen in einem der Restaurants längs der Hafenpromenade angesagt. Gegen Mitternacht begaben wir uns auf den Heimweg und beobachteten, wie sich zur Geisterstunde eine Segeljacht größeren Kalibers der Hafeneinfahrt näherte. Da läuteten bei mir die Glocken! Wo will der hin? Es gab nur noch den für die Fähren reservierten Anleger, dicht neben unserer Chantal. Ehe wir uns versahen hatte uns ein „freundlich“ gesinnter holländischer Dauerlieger diese Yacht vor die Nase gesetzt. Die Platzverhältnisse waren äußerst eng. Auf meinen Einwand, er möge sich bitte nicht als Hafenmeister betätigen und die Sache den betroffenen Skippern überlassen, zog er „maulend“ von dannen. Es stellte sich heraus, dass der Skipper, ein junger Mann russischer Nationalität, die Yacht ALTER EGO in Malta erworben und NON STOP 600 sm in 7 Tagen bis hier her gefahren war. Wir arrangierten uns, indem wir unsere Yacht verholten, sodass wir mit kurzen Springs die Yachten auf Abstand < 2m hielten. Nachdem wir ihm bei der Trinkwasserübernahme behilflich waren, kehrte langsam zu vorgerückter Stunde Ruhe ein. An Schlaf war nicht zu denken. Wegen des Schwells und der kurz gelegten Springs wurden wir in regelmäßigen Abständen beim straff ziehen der Leinen durch die Beschleunigung fast aus den Kojen geworfen. Auf jeden Fall waren wir danach um Erfahrungen reicher.
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Freitag, 03. Juli 2007 |

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Bis zum Morgen war aus unserem 2er-Päcken ein 4er-Päckchen geworden. Für uns war heute wegen der Wetterprognose der „Tag der Bewährung“. Wissend der Tatsache waren wir relativ früh auf den Beinen und hatten ein solides Frühstück zu uns genommen. Vor dem Frühstück verständigte ich die anliegenden Skipper von unserem Vorhaben um 10:00h abzulegen. Wegen der schon anstehenden steifen Brise war die Verwunderung über unser Vorhaben groß. Dann ging es zur Sache. Zuerst legt die ALTER EGO mit gleichem Ziel wie wir, Port Alcudia, ab. Dann erfolgte ein Verholen der übrigen Yachten mit langen Leinen und Bootshaken. Letztlich war eine internationale Truppe von Russen, Spaniern, Franzosen und uns zu Gange. Die Verständigung erfolgte auf Englisch. Letztlich ging alles gut. Wir winkten uns zum Abschied freundlich zu und nahem Kurs Nord in Richtung Cap es Freu. Das Wetter war wie vorausgesagt. Wir legten die Rettungswesten an. Leichtmatrose Annemarie wurde „angeseilt“ und durfte sich nicht vom Platz erheben. Wir fuhren respektvoll mit ca. 2 sm Abstand zur Steilküste unter Motor. Mit der ALTER EGO waren wir alleine auf weiter See.
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Riesen Wellen machten uns zu schaffen. Jede 3. Welle fegte „wusch“ über Deck. Wir waren „pitschenass“, was bei der relativ warmen See nicht weiter tragisch war. Nach Cap es Freu konnten wir den Kurs nach NW ändern und hatten die Möglichkeit die Welle unter ca. 30° anzusteuern. Gleichzeitig setzten wir 1/3 der Fock und bekamen Stabilität in die Fahrt bei ca. 7 kn über Grund. Wegen fehlender Sorgleinen war es zu riskant die „Holeratsche“ am Mast für das teilweise Ausfahren des Großsegels um zu stellen. Je näher wir unserem Ziel kamen, je ruhiger wurde die Fahrt. Um 14:00h lagen wir am Steg im Port Alcudia und waren froh die Fahrt gemeinsam gemeistert zu haben. Kurze Zeit später begrüßten wir auch unseren russischen Freunde, der mit ALTER EGO etwa 1h früher ankam. Trotz längerer Wasserlinie des Schiffes hatten auch sie erhebliche Probleme. Den Tag beschlossen wir am Abend mit einem wohl verdienten, gepflegten Abendessen. Nach einem Absacker sanken wir erschöpft in den wohl verdienten Schlaf.
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Samstag, 04, Juli 2007 |

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Damit wir um 09:00h wie vereinbart das Schiff verlassen konnten, war für 08:00h Frühstück angesagt. Alles verlief planmäßig. Den Rest des Tages verbrachten wir in Alcudia - Stadt, wo wir mit dem Linienbus um ca. 11:00h ankamen. Die Altstadt ist aus historischer Sicht sehr interessant. Es gibt gut erhaltene Häuser und eine Kirche aus dem 16. und 17. Jahr-hundert zu sehen. Ein großer Teil der Stadtwälle aus dieser Zeit ist noch erhalten. Die Rückfahrt zur Marina traten wir per Bus am Spätnachmittag an. Ehe wir den vorbestellten Transfer zum Flughafen Palma um 19:00h antraten, nahmen wir noch ein Bad am nahe gelegenen Meeresstrand. Der Rückflug und die Landung waren planmäßig. Abschließend ist zu berichten, dass wir durchwegs sehr gut ausgestattete Marinas mit Liegegebühren zwischen 30.-€ und 65.-€ vorfanden. Mallorca ist ein interessantes Segelrevier mit sehr guter Marinainfrastruktur. Es gibt noch viel zu sehen. Hoffentlich beim nächsten Mal bis bald, euer Skipper Werner
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