Zum Meldeschluss am 09.05.08 sah es noch recht düster aus: Es schien so, als müsste die Regatta mangels Teilnehmern und Helfern ausfallen. Im Verlauf unseres Seglertreffens an diesem Abend kamen dann aber ein paar spontane Meldungen von Seglern und Helfern, sodass die Grundlage für eine erfolgreiche Regatta (min 10 Boote, und ca. 10 Helfer) doch gegeben war. Im Laufe der verbleibenden Woche kamen dann nach und nach noch einige weitere Meldungen. Schließlich waren 6 Boote der FAM-Klasse, 6 Seggerlinge (1 wegen Krankheit ausgefallen) und 6 Ausgleicher (darunter 3 Laser) am Start. Somit konnte die Regatta für die FAM-Klasse leider nicht als Rangliste gewertet werden (Minimum 10 Boote). Die Voraussetzungen für den Start als eigene Gruppe waren aber gegeben. Bei den Seggerlingen reichten die 6 Boote aber wegen des anderen Klassenreglements für eine Ranglistenwertung aus. Bei den Ausgleichern gibt es ja keine derartigen Vorgaben. Die Ursachen für diese relativ geringe Beteiligung sind offenbar vielfältig: Neben der dichten Folge der Feiertage in diesem Jahr, sind einige Segler z.Zt. in Urlaub. Andere hatten private oder berufliche Verpflichtungen. Auch die hohen Kraftstoffpreise dämpfen die "Reiselust" der Segler spürbar. Bei den FAM's findet derzeit offenbar ein "Generationenwechsel" statt: Einige ältere Segler ziehen sich allmählich zurück und von den Jüngeren haben einige noch nicht so recht "Regattablut geleckt". Bei den Seggerlingen (unsere stärkste Einhand-Klasse) wirkte sich vermutlich nachteilig aus, dass am nächsten Wochenende die Mecklenburger Meisterschaft auf der Müritz ausgetragen wird. Das ist wohl vor Allem für die "Nordlichter" attraktiver, auch wegen der Anfahrt... Diesen Umständen wollen wir im nächsten Jahr durch noch sorgfältigere Absprachen mit den einzelnen Klassen Rechnung tragen.
Verlauf der Regatta und Ergebnisse: Am Samstag konnten wir bei recht beständigem Wind mit 2-3 Bft 2 Wettfahrten durchführen, wobei die 2. Wettfahrt durch den drehenden Wind dazu führte, dass die Ergebnisse vor Allem durch den Start geprägt waren. Wer da vorne lag, konnte seine Position in der Regel bis zum Ziel behaupten. Mit Jonny Pagen / Rudi Kramer vor Manja Diering / Thomas Böttcher und Karl-Heinz Rieck / Michael Höfs lagen 2 bekannt gute Segler vorn. Die "Newcomer" Diering / Böttcher zeigten aber deutlich, dass auch "alte Hasen" nicht immer alleine vorne segeln... Bei den Seggerlingen lag am Samstag Hermann Kirschner vor Manfred Marheine und Eberhard Niehaus. Die Ausgleicher wurden von den 3 Lasern angeführt. Wolfgang Mayer lag schon am Samstag vor Karl-Wilhelm Linz und Timm Marheine. Hier zeigte sich erneut, dass kleine, leichte Einmann-Boote auf unserem Revier oft im Vergleich zu größeren 2-Mann-Jollen vorne liegen.
Am Sonntag musste dann der für 10:00 geplante Start verschoben werden, da im Regattabereich des Sees große Windlöcher waren. Um 10:30 konnte dann bei 1-2 Bft eine kurze Wettfahrt (nur 1 Dreieck + 1 Schleife) gestartet werden. Die schwierigen Windverhältnisse sorgten auch für einiges Gerangel beim Start, da jeder unbedingt seine gute Position behaupten wollte. Die Segler zeigten sich aber im Übrigen überwiegend diszipliniert und fair. Strafdrehungen (360°), z.B. bei Bojenberührung bzw. Neustart wegen Frühstart wurden anstandslos ausgeführt. Bei diesem leichten Wind, der auch noch häufig drehte, waren wieder die Segler gefragt, die diese Änderungen richtig vorhersahen. So gab es auch einige Verschiebungen bei den Platzierungen.
Mit der 4. Wettfahrt, die um 12:15 bei inzwischen stabilerem und kräftigerem Wind gestartet wurde, gab es weitere Verschiebungen. Hier kam zum seglerischen Können noch die Kondition und Konzentration hinzu. Da bei 4 Wettfahrten das jeweils schlechteste Ergebnis gestrichen wird, zeigten sich im Endergebnis die "wahren Meister" ihrer Klassen:
FAM: Mit Jonny Pagen / Rudi Kramer CKA vor Karl-Heinz Rieck / Michael Höfs und Manja Diering / Thomas Böttcher (beide BSSC) lagen unsere Gäste aus Wuppertal bzw. dem Rheinland vor den ortsansässigen Seglern.
Seggerling: Mit Manfred Marheine (RVN) aus Goslar vor Karl Schmerenbeck (KCF) und Hermann Kirschner (ATSC) zeigte sich, dass auch im KCF gute Segler zu Hause sind.
Ausgleicher: Wolfgang Mayer (AHYC) siegte vor Karl-Wilhelm Linz (WSVR) und Timm Marheine (WWSC). Also auch hier ein Platz für einen ortsansässigen Segler unter den ersten drei.
Bei der Siegerehrung mit Kaffee und Kuchen zeigten sich letztlich alle Segler zufrieden und versicherten: "Wir kommen nächstes Jahr wieder".