Die Langstreckenregatta "Blaues Band vom Silbersee" wurde auf Anregung einiger unserer Segler vor ca. 7 Jahren ins Leben gerufen. Sie hatten so Etwas in anderen Vereinen kennengelernt. Diese Art von Regatta soll vor Allem auch den Seglern, die seltener Regatten segeln, eine Möglichkeit bieten, Ihr Können mit Gleichgesinnten zu messen.
Deshalb wird nicht traditionell nach dem 5-Minuten-System des DSV gestartet, sondern mit einem "Zeitfenster" von 10-30 min. Innerhalb dieses Zeitfensters kann jede Jacht nach ihrer eigenen Überlegung und Taktik starten. Von jedem Boot wird die Start- und die Zielzeit erfasst und dann die gesegelte Zeit nach Yardstick verrechnet, um die Geschwindigkeitsunterschiede der einzelnen Klassen auszugleichen.
Der Name "Langstreckenregatta" rührt daher, dass nur 1 Wettfahrt als "Rundkurs" um den See gesegelt wird, statt mehrerer Wettfahrten mit Dreiecken und Schleifen, wie üblich. Die Streckenlänge wird je nach Wind so festgelegt, dass die Boote ca. 2-3 Stunden zu segeln haben (diesmal war es etwas kurz).
Nachdem diese Regatta im letzten Jahr leider ausfiel, da nicht genügend Teilnehmer gemeldet hatten, war der Zuspruch in diesem Jahr fast überwältigend: Nach ursprünglich ca. 15 Meldungen zum Meldeschluss am 12.06.09, versammelten sich letztlich 24 Boote zum Start (6 FAMs, 5 517er, 3 H-Jollen, 2 Seggerlinge, 2 Schwertzugvögel und 6 weitere Boote). Das brachte die kleine, aber wackere Helferschar doch etwas ins Schwitzen, da z.B. einige Segler ihre Segelnummern nicht auf Anhieb wussten und jeweils geprüft werden musste, wer schon gemeldet hatte und wer nicht. Auch eine Einteilung in Gruppen war so kurzfristig nicht mehr möglich, da z.B. die Beschriftung der Preise für die Erstplatzierten doch ca. 1 Woche Vorlauf benötigt. Zum Glück war Selbstversorgung vorgesehen, sonst hätte auch die Küche ernste Probleme mit den Mengen bekommen...
Mit viel Humor und gutem Willen konnte aber das Startfenster pünktlich um 14:00 geöffnet werden. Wegen der unklaren Windprognose wurden 3 Runden im Uhrzeigersinn um die 4 ausgelegten Bojen (ca. 4,2sm gesamt) angesetzt. Der Wind aus NW blies beim Start mäßig, aber ausreichend mit ca. 1,5 Bft.
Jetzt zeigte sich, dass die Segler doch recht unterschiedlich taktierten: Während Einige fast direkt mit dem Startsignal zu Beginn des Zeitfensters (20 min) über die Linie segelten, nahmen sich Andere die Zeit, die Windverhältnisse und die günstigen Bereiche auf dem See zu erkunden. Es bildeten sich so kleine Grüppchen, die dann gemeinsam starteten. So zog sich der Start über rund 15 min hin. Dann waren alle auf der Bahn...
Der Wind nahm stetig zu und so konnten die Segler ihren Kurs fast ohne Umwege segeln. Es zeigte sich aber, dass die zuerst gestarteten etwas benachteiligt waren, da die später Gestarteten von Anfang an deutlich mehr Wind in den Segeln hatten. Durch den versetzten Start und die unterschiedlichen Bootsklassen, war es nahezu unmöglich, die konkrete Position im Gesamtfeld abzuschätzen. Die Segler mussten letztlich "gegen die Uhr" segeln und versuchen, möglichst keine Fehler zu machen.
Durch den zunehmenden Wind liefen die Boote zur Höchstform auf. Bereits kurz nach Ende des Startzeitfensters hatten die ersten Yachten ihre erste Runde umsegelt und das Feld zog sich durch die unterschiedlichen Bootsklassen mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit stark auseinander. Schon bald hatten viele schnellere Boote die langsameren überrundet.
Jetzt mussten die Zeitnehmer sehr genau aufpassen: Welches Boot hatte schon wieviel Runden gesegelt, wer geht wann ins Ziel???
Um 14:54:01 hatte die Mannschaft Moritz Richter mit Vater Elkin auf ihrem Flying Dutchman bereits ihre 3 Runden absolviert. Wegen des frühen Starts und der Yardstickzahl von 94 (im Vergleich zu 121 bei der Fam) ergab das dann aber in der Auswertung doch nur den 9. Platz. Auch das Team Robert Verspagen mit Sohn Dennis auf H-Jolle brauchte weniger als 1 Stunde für die 3 Runden. Hier sorgte die Korrektur nach Yardstick (92) ebenfalls für den Ausgleich. Es reichte nur zum 17. Platz. Da der Wind weiter zunahm, konnten die langsameren Boote weiter aufholen. Das letzte Boot erreichte um 15:34:31 das Ziel. "Hätte man das doch vorher gewusst!" Dann hätte man auch 4 oder 5 Runden ansetzen können! Hinterher ist man halt immer schlauer...
Nach Berücksichtigung der tatsächlich gesegelten Zeiten und Ausgleich durch das Yardstick-Verfahren ergaben sich die folgenden Platzierungen (s.a. Ergebnisliste im Anhang)
1. Stefan Schuler (KCF) auf Finn Dinghy 1629 2. Bernd Kussmann (WSVR) mit Christine Dörsam auf 517er 209 3. Thomas Löffler (KCF) auf Contender 391 4. Karl-Wilhelm Linz (WSVR) auf Laser 1 ...
Das Ergebnis zeigt, dass erfahrene Regattasegler auch bei diesem Reglement die Nase vorn haben. Sie können die Windverhältnisse richtig einschätzen und die optimalen Kurse wählen. Das sorgt für kurze Rundenzeiten und gute Ergebnisse, unabhängig vom Bootstyp...
Besonders erfreulich war aber bei dieser Regatta die hohe Zahl an Seglerinnen: Bei den letzten Regatten lag die "Frauenquote" meist deutlich unter 10%. Diesmal waren es mit 10 Seglerinnen und 33 Seglern immerhin gut 23%.
Deshalb wurden in den beiden stärksten Klassen "Fam" und "517er" die jeweils besten gemischten Teams gesondert ausgezeichnet:
Ulrich und Susanne Ansorge auf Fam 2043 (Platz 14) Bernd Kussmann und Christine Dörsam auf 517er 209 (Platz 2)
Auch die einzige "Damencrew" Margaret Lynch und Ellen Zimmermann auf Fam 2426 (Platz 23) wurde erwähnt.
Beste gemischte Mannschaft bei den Ausgleichern waren John und Julia Sykes auf H-Jolle 737 (Platz5).
Wie man hier deutlich sehen kann, ist Segeln keineswegs ein reiner "Männersport". Mit etwas Ehrgeiz und dem/der richtigen Partner/in bzw. Boot können Seglerinnen durchaus gute Plätze erreichen...
Vielleicht trägt diese Regatta ja dazu bei, dass wir künftig wieder eine bessere "Mischung" bei unseren Regatten erleben...
Frank Knoch Fachwart Wettsegeln Kanu-und-Segelclub Frankenthal von 1922 e.V. www.kcf1922.de
Kanu-und-Segelclub Frankenthal 1922 e
Kanu-und-Segelclub Frankenthal 1922 e.V
Langstreckenregatta 2009
Ergebnis Wettfahrt 1: Ausgleicher
Datum: 21.06.09
Punktsystem: Low-Point-System
Wertung: Yardstick
Wf-Ltr: F. Knoch
Jury: H. Mettler
Revier: Silbersee
Stand: 21.06.2009 22:01
Rang
Segel_Nr
Steuermann/Vorsch.
Club
DSVNr
Bootstyp
Yst
1.Wettf
Geseg.
Berechn.
Pkt
1
1629
Schuler, Stefan
KCF
R006
Finn Alumast, beliebige Segel
112
00:52:00
00:46:26
1,0
2
209
Kußmann, Bernd
Dörsam, Christine
WSVR
WSVR
R017
R017
Lanaverre 510, 517, L 17
119
01:02:10
00:52:14
2,0
3
391
Löffler, Thomas
KCF
R006
Contender
105
00:55:40
00:53:01
3,0
4
1
Linz, K W
WSVR
R017
Laser Standard
113
01:00:09
00:53:14
4,0
5
737
Sykes, John
Sykes, Julia
KCF
KCF
R006
R006
H-Jolle alt Bau Nr. 609-765
103
00:54:52
00:53:16
5,0
6
14612
Mengel, Johannes
Mengel, Gerrit
WSVR
WSVR
R017
R017
Koralle 10,5 qm
119
01:03:27
00:53:19
6,0
7
209
Niehaus, Eberhard
KCF
R006
Seggerling Jolle
115
01:02:33
00:54:23
7,0
8
3050
Zarate, Tomas
Schwender, Thomas
WSVR
WSVR
R017
BR030
Zugvogel Schwert nach 78
107
00:58:37
00:54:47
8,0
9
1875
Richter, Moriz
Richter, Elkin
KCF
KCF
R006
R006
Flying Dutchman/FD
94
00:52:54
00:56:17
9,0
10
260
Schoder, Gerhard
KCF
R006
Seggerling Jolle
115
01:04:51
00:56:23
10,0
11
152
Knoll, Wolfgang
Ahl, Friedrich
KCF
KCF
R006
R006
Lanaverre 510, 517, L 17
119
01:07:24
00:56:38
11,0
12
282
May, Helmut
Bertz, Heribert
KCF
KCF
R006
R006
Lanaverre 510, 517, L 17
119
01:07:46
00:56:57
12,0
13
215
Jung, Gunter
Keth, Beate
KCF
KCF
R006
R006
Lanaverre 510, 517, L 17
119
01:07:55
00:57:04
13,0
14
2043
Ansorge, Ulrich
Ansorge, Susanne
KCF
KCF
R006
R006
Fam
121
01:09:51
00:57:44
14,0
15
702
Breidenbach, Heinz-Dieter
Breidenbach, Christine
KCF
KCF
R006
R006
H-Jolle alt Bau Nr. 609-765
103
00:59:56
00:58:11
15,0
16
2921
Ohlendorf, Jochen
Nießner, Stephan
KCF
KCF
R006
R006
Korsar
103
01:00:51
00:59:05
16,0
17
2048
Verspagen, Robert
Verspagen, Dennis
KCF
KCF
R006
R006
H-Jolle neu ab Bau Nr. 850
92
00:55:49
01:00:40
17,0
18
201
Fischbach, Gustav
Fischbach, Gabriele
KCF
KCF
R006
R006
Lanaverre 510, 517, L 17
119
01:12:44
01:01:07
18,0
19
2034
Weyland, Rainer
Ringelspacher, Rainer
WSVR
WSVR
R017
R017
Zugvogel Schwert nach 78
107
01:06:21
01:02:01
19,0
20
2737
Keth, Erwin
Tavernier, Rudi
KCF
WSVR
R006
R017
Fam
121
01:15:44
01:02:35
20,0
21
1855
Kapper, Hugo
Kapper, Christel
KCF
KCF
R006
R006
Fam
121
01:16:05
01:02:53
21,0
22
1960
Ulrich, Wolfgang
Holtzhäuser, Petra
KCF
KCF
R006
R006
Fam
121
01:20:25
01:06:28
22,0
23
2426
Lynch, Margaret
Zimmermann, Ellen
KCF
KCF
R006
R006
Fam
121
01:20:39
01:06:39
23,0
24
2222
Kapper, Bernd
Kapper, Matthias
WSVR
WSVR
R017
R017
Fam
121
01:25:57
01:11:02
24,0
Wettfahrt
W 1
Wettfahrtdatum
21.06.
Wettfahrtstart
14:00
Zieleinlauf des Ersten
14:58
Wettfahrtende
15:34
Windrichtung
NW-N
Windstärke (Bft)
1-4
Bahnlänge (km)
7,50
Mittl. Geschwindigkeit (kn)
4,2
Erzeugt von WinRegatta
Version 4.4b - (c) 2008 Günter Meissner