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Im Garten des Inn 07 |
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Mehrtagesfahrt, 21.06-24.06.2007 Engadin, Schweiz Genau zum kalendarischen Sommeranfang traf sich die KCF Wildwassergruppe zur dritten Mehrtagesfahrt in diesem Jahr. Frank Wendler, Christof Hebeler, Jens Schober, Mathias Nitsch und ich starteten zu einer reinen Männertour in Richtung des Schweizer Kantons Engadin und den dortigen Inn-Schluchten. Das, unter Paddlern als Wildwasserparadies, bekannte Revier war bis dato für uns noch unbekanntes Neuland. Laut zahlreicher Paddelliteratur bietet das Engadin auf 50km Länge Wildwasser in allen Schwierigkeitsgraden mit großteils Klamm- und Schluchtcharakter. Im Engadin angekommen, erwartete uns zunächst aber einmal eine dunkel schwarze Gewitterwand, die uns am, von Frank ausgesuchten, Basiszeltplatz in Sur En erstmal in die Campingwirtschaft zwang. Nach einer Runde Bier und einem kräftigen Hagelschauer bauten wir die Zelte schnell auf und fuhren flussaufwärts des Inns bis hinter die Ortschaft Zernetz. Die Regenfälle der letzten Tage ermöglichten uns eine spritzige Einstiegsfahrt auf der, meist trocken liegenden, Zernetzstrecke. Am Ende der landschaftlich schönen WW II-Strecke gab es durch zwei kurz aufeinander folgende Monsterwalzen für alle noch einmal eine kräftige Adrenalinspitze. Bis zur Schlafbereitschaft an diesem Tag wurde zunächst traditionell gegrillt und einige Runden feucht fröhlich Würfel gespielt.
Am nächsten Tag (Sonne pur) schraubten wir den Schwierigkeitsgrad etwas höher mit der Befahrung der Scuol Strecke. Mehrere Stellen der Wildwasserschwierigkeit IV erforderten Eskimotierkenntnisse bzw. gutes Schuhwerk bei der Umtragung. Bereits nach der zweiten Tagesfahrt war klar, dass die zuvor studierte Paddelliteratur hinsichtlich des Engadins nicht zuviel versprochen hatte.
Da Wasserstandstechnisch die Tendenz nach oben zeigte war uns am dritten Tag die Einfahrt in die anspruchsvollen Giarsun- bzw. Ardezer Schluchtstrecken zu riskant. Stattdessen vergnügten wir uns auf der selten befahrbaren Martinastrecke. Die Strecke, wildwassertechnisch als leicht eingestuft, bot so manche Überraschung.
Am letzen Tag bauten wir unser Basiscamp in Rekordzeit ab und nahmen vor der Heimfahrt, die in 2007 zur Standardstrecke gewordenen Tössener Strecke des Inns auf der österreichischen Seite ein weiteres mal mit. Bei einem Spitzenwasserstand war die Fahrt ein Wellenritt der Güteklasse 1A.
Das Engadin war bestimmt nicht das letzte Mal Ziel einer KCF Mehrtagesfahrt. Außerdem kam diesmal die kulturelle Komponente nicht zu kurz. Auf dem Campingplatz Sur En gab es zeitgleich zu unserem Aufenthalt ein Treffen internationaler Bildhauer. Es gab allerhand Kunst in Holz und Marmor zu bestaunen. Kleiner Reisetipp: Hinter dem Campingplatz Sur En beginnt ein ca. 4 Kilometer langer Rundweg mit allerhand Skulpturen aus Holz und Stein.
Christian Haas
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