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Ijsselmeertörn 2009 |

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Der Startschuss für den einwöchigen Segeltörn auf dem Ijsselmeer fiel diesmal in der Marina von Lemmer. Die Crews trafen nach einer circa 6-stündigen Anreise gegen 16 Uhr in der Marina ein. Nach einer kurzen Verschnaufpause bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir gegen 17 Uhr unsere beiden Bavarias 38 (gebucht waren 2 Bavarias 37, die Aufwertung nahmen wir gerne in Kauf:)). Nachdem wir uns mit „Erinn“ und „Orange Pearl“ vertraut gemacht hatten, versorgten wir uns im 5 Minuten entfernten Einkaufsmarkt mit reichlich Reiseproviant für die nächsten Tage. Bei einem kleinen Stadtspaziergang genossen wir die letzten Sonnenstrahlen und kehrten anschließend in ein nobles Restaurant ein. Bei Kerzenschein ließen wir den Abend ausklingen und freuten uns allesamt auf die kommende Segelwoche!
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Die erste Nacht der „Erinn“-Crew verlief schnarch- und mückenfrei! So wurden wir erst am nächsten Morgen durch das „Bim-Bam“ (Glockenspiel) aus dem Schlaf geholt. Nach einer ausgiebigen Dusche, gegen einen ablaufenden Countdown, stärkten wir uns mit frischen Brötchen für den Segeltag. Es folgte eine theoretische Einweisung durch die Skipper über den Aufbau des Bootes, bis hin zur letzten Leine. Besonders die „Erinn“-Crew musste hier die Ohren spitzen, da die Hälfte der Besatzung aus Erst-Seglern bestand. Die Crew der „Orange Pearl“ war diesbezüglich schon etwas ambitionierter und startete mit kleinem Vorsprung um 11:30 Uhr in Richtung Stavoren, dem ersten Etappenziel. Dank der ausführlichen Einweisung, klappte das erste Ablegemanöver der „Erinn“-Crew einwandfrei. Nun konnte der Seetag beginnen!
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Bei traumhaften Wetterbedingungen fuhren wir Wenden und Halsen, jedes Crew-Mitglied durfte steuern und versuchte seinen Vorgänger in der erreichten Geschwindigkeit zu überbieten. Der Tagessieg betrug 7,8Kn. Nach 26 gefahrenen Seemeilen trafen wir um 18 Uhr in der Marina Stavoren Buitenhaven ein. Nach dem Anlegen erkundeten wir Stavorens Festland. Manche konnten sich nur schwer vom Seegang trennen und so schwankte dem ein oder anderen während des Spaziergangs noch der Boden unter den Füßen. Bei leckerem Käseschnitzel und Pommes erholten wir uns jedoch schnell und genossen den Sonnenuntergang am alten Hafen in Stavoren. Nebenbei wurden wir noch Zeugen eines Schleusenunfalls, der uns verdeutlichte, wie wichtig es ist, langsam in eine Schleuse einzufahren. Am nächsten Tag stand nämlich auch bei uns Schleusen auf dem Programm.
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Sonntagmorgens starteten wir wieder einmal mit traumhaften Wetterbedingungen in den Tag. Aufgrund eines Missverständnisses im „Toiletgebouw“ reduzierte sich die Fönanzahl der „Erinn“-Crew auf einen Fön. Doch auch dieses Problem bringt keinen wahren Segler aus der Fassung und so genossen wir die frischen Brötchen und bereiteten das Ablegemanöver vor. Das Ablegen klappte dank unserer „Deluxe“-Ausfahrt problemlos. Als Tagesziel war die Marina in Lelystadt geplant. Den ganzen Segeltag begleitete und dabei der Funkturm von Lelystadt als Peilpunkt, den man selbst aus einer Entfernung von 23nm schon gut erkennen konnte.
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Ein weiteres Tagesziel lautete, die bisher erreichte Höchstgeschwindigkeit von 7,8 Kn zu knacken! Hochmotiviert steigerten wir uns in Richtung der 8,0 Kn Grenze (natürlich ohne Motor), als plötzlich eine Boje über Bord ging. Im Eifer des Gefechts hatte Skipper Bernd die Initiative ergriffen und das Boje-über-Bord-Manöver eingeleitet. Wir schafften es beim zweiten Anlauf, die Boje herauszufischen. Nach mehrfachem Üben widmeten wir uns wieder ganz der Geschwindigkeit. Die 8,0 Kn Grenze wurde geknackt, unsere Höchstgeschwindigkeit betrug sogar 8,5 Kn (bei einer im Bootsbuch eingetragenen Höchstgeschwindigkeit von 7,8kn) !! Da hatte sich der viele Sherry, den wir Rasmus dem Seemannsgott als morgentliches Ritual geopfert hatten, doch gelohnt! :) Da sich der Hafen von Lelystadt etwas außerhalb der Stadt befand, machten wir noch eine kleine Boots-Rundfahrt im Hafengewässer. Überall tummelten sich Badegäste, die das traumhafte Wetter auskosteten und eine Beach-Party mit Volleyball und Live-Musik war in vollem Gang. Auch der Funkturm, der aus dem Stadtbild von Lelystadt heraus sticht, war nun ganz nah. Das Anlegen klappte diesmal nicht ganz einwandfrei und unsere Erinn bekam ein paar kleine Kratzer an der Heck-Scheuerleiste von dem Dalben. Diese sind ja dafür da, bei der Einfahrt in die Box „zu Helfen“. Am Abend machten wir einen ausgedehnten Hafenspaziergang. Wir beobachteten die ungewöhnlich zutraulichen Haubentaucher, die ihre Küken auf dem Rücken trugen und genossen die Idylle am Wasser.
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Die verdiente Nachtruhe wurde leider von einem quietschenden Nachbarboot gestört und zudem versüßte eine Mücke in Koje A den Schlaf. Die leckeren Rosinenbrötchen am nächsten Morgen sorgten jedoch wieder für allgemeines Wohlbefinden. So machten wir uns also frisch gestärkt auf, in Richtung Tagesziel Hoorn. Bei Wind mit bis zu 24 kn und Gewittertürmen im Osten wurde die Fahrt etwas stürmischer als gewohnt. Um 15.30 Uhr mussten wir sogar notgedrungen die Segel reffen, um nicht „umzukippen“. Um 17 Uhr kamen wir in Hoorn an. Nachdem wir unseren Anlegeplatz (weit entfernt von dem Toiletgebouw) erreicht hatten, machten wir uns fertig für den Stadtrundgang. Hoorn stellte sich als das bisher schönste Städchen unserer Segelwoche heraus. Besonders die schiefen Häuser beeindruckten uns am Stadtbild. Wir erklärten uns diesen ungewöhnlichen Anblick mit Erdbeben in der Vergangenheit oder außergewöhnlichen architektonischen Vorlieben im hohen Norden... . Hier wurden die Häuser wohl wortwörtlich in den Sand gesetzt.
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Abends kehrten wir in einem schönen italienischen Ristorante ein. Anschließend spazierten wir durch den Hafen im Stadtkern zurück zu unserem Boot. „Zu Hause“ angekommen, war jedoch noch lange nicht an Schlafen zu denken. Stattdessen folgte eine Kanaster-Partie der anderen, bis wir schließlich in den frühen Morgenstunden müde in unsre Kojen fielen. Am nächsten Morgen sollte die Reise nach Amsterdam gehen. Deshalb starteten wir schon vor dem Frühstück, um rechtzeitig an der Brücke in Amsterdam anzukommen. Diese öffnet sich wegen der Rush-Hour um 16 Uhr das letzte Mal für Segler. Wir lagen super in der Zeit und passierten die Brücke sogar schon um 13.50 Uhr. Als wir im Hafengewässer vor Amsterdam auf und ab fuhren, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es ist schon etwas besonderes, wenn plötzlich ein etwa 30 Meter hoher Kreuzfahrtdampfer neben einem steht. Nachdem wir Amsterdam vom Wasser aus ausgiebig angeschaut hatten, konnten wir es kaum erwarten, an Land zu gehen. Das Anlegemanöver im Sixhaven Amsterdam war eine organisatorische Herausforderung. Wegen des Platzmangels wurden wir von vorne, hinten und von der Seite völlig „zugeparkt“. Das störte uns jedoch nicht weiter. Vielmehr waren wir damit beschäftigt, den uns zugewiesenen Hafencode auswendig zu lernen. Mit Hilfe von CZ2495 sollten wir von außen durch die Hochsicherheitspforte des Hafens gelangen...(dank der Gedankenbrücke von Bernd konnten wir uns den Code sogar fast alle bis zum Ende des Abends merken!).
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Nun machten wir uns auf den Weg nach Amsterdam. Kostenlos setzten wir mit der Fähre über und standen bald mitten im Geschehen. Der Kreuzfahrtdampfer setzte gerade zum Ablegen an und machte mit lautem Hupen in ganz Amsterdam auf sich aufmerksam. Das Spektakel ließen wir uns natürlich nicht entgehen! Gemeinsam mit Jens' Crew ging es danach weiter zum Stadtrundgang. Wir hatten alle etwas Hunger und wollten außerdem etwas typisch Holländisches mitnehmen. Also gingen wir Pannekoeken essen. Bei der vielfältigen Auswahl war wirklich für jeden etwas dabei und so genossen wir unsere süßen und herzhaften Pannekoeken bis auf den letzten Bissen. Da der eine oder andere danach jedoch immer noch nicht gesättigt war, gab es Falafel zum Nachtisch. Neben dem Festmahl sollte der Stadtrundgang nicht zu kurz kommen. Deshalb erkundeten wir anschließend die vielen wunderschönen Grachten und Gässchen Amsterdams. Im Gegensatz zu den vielen kleinen Städtchen der Vortage herrschte in Amsterdam jedoch eine recht hektische Atmosphäre. Zum Abschluss setzten wir uns in einem schönen Café zusammen und ließen die Erlebnisse revue passieren.
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Am nächsten Morgen mussten wir uns leider schon wieder von Amsterdam verabschieden. Weiter ging es nach Enkhuizen. Nach einer langen, stürmischen Fahrt kamen wir um 19.45 Uhr im Companiehafen von Enkhuizen an. Nachdem wir bis jetzt wettermäßig verwöhnt wurden, hatten wir heute zum ersten Mal nicht „optimale“ Wetterbedingungen. So machte während der Fahrt ein Crew-Mitglied das erste Mal Bekanntschaft mit der Seekrankheit. Wegen des schlechten Wetters entschieden wir uns, die Stadtbesichtigung auf den nächsten Morgen zu verschieben. Stattdessen kochte Bernd seine berühmten Bratlinge und der Rest der Crew schnippelte fleißig für den Salat. Der Weg zur Toilette stellte sich als eine regelrechte Wanderung heraus und so stellte ich mir sicherheitshalber den Wecker, um es am nächsten Morgen noch rechtzeitig bis zum Klo schaffen zu können...! Am nächsten Morgen verbanden wir die Stadtbesichtigung mit einem ausgiebigen Frühstück in einem edlen Café. Durch die alten Möbel und der Stuck an der Decke entstand eine schöne Atmosphäre, in der man die Sachertorte gleich noch mehr genoss! Für heute stand nur eine recht kurze Überfahrt zurück nach Lemmer auf dem Tagesplan. Nach etwa 3 Stunden legten wir in unserem Heimathafen an. Da drei Crew-Mitglieder leider schon an diesem Abend die Heimfahrt antreten wollten, beendeten wir den Urlaub gemeinsam an der berühmt berüchtigten Pommes-Bude in Lemmer. „Zum Glück“ regnete es, so viel uns der Abschied nicht allzu schwer. Alles in Allem, war es ein sehr gelungener Segeltörn! Jeder wurde in das Geschehen mit einbezogen und auch die Erst-Segler unter uns kamen nicht zu kurz. Die traumhaften Wetterbedingungen sorgten für eine tolle Urlaubsatmosphäre und auch die Atmosphäre zwischen den Crew-Mitgliedern passte einfach! Im Namen meiner Crew möchte ich mich hiermit noch einmal ganz herzlich bei Bernd Schröder, unserem Skipper, bedanken!
Larissa Müller
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auf der "Orange Pearl" |
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Nach rund 5 Stunden Autofahrt erreichten wir, Christa, Edith und Jens ohne besondere Vorkommnisse bei strahlendem Sommerwetter gegen 14:30 Uhr den mit den übrigen Flottillencrew-Mitgliedern vereinbarten Treffpunkt in der Marina unseres Vercharterers in Lemmer. Von den übrigen „Fankenthalern“ war noch nichts zu sehen, wir waren damit die Vorhut. Für einen ersten Eindruck schauten wir uns in der Marina um. Der Vercharterer, bei dem wir uns nach den Yachten erkundigten, bedeutete uns, dass eine Übernahme der Schiffe erst nach 16:00 Uhr erfolgen könne, da sie derzeit gereinigt würden. Also machten wir uns auf, Lemmer zu erkundigen. In einem Cafe in der Stadt an einer Klappbrücke beobachteten wir das Treiben am Nachmittag. Gegen 16:00 Uhr schlenderten wir zurück, wo nach und nach die Crewmitglieder eintrafen. Jochen kam mit Bernd und Konstantin mit Wolfgang. Meine Crew war komplett. Der Vercharterer zeigte uns die Segelyachten, die für die kommende Woche unser Zuhause sein werden, beides neue Bavaria 38, 11,50 m lang und 3,90 m breit. Bernd und ich einigten uns schnell, wer welche Yacht erhält. Wir sollten die „Orange pearl“ übernehmen. Die ersten Schritte auf dem neuen Heim begannen schmerzhaft. Ich hatte mir „volle Kanne“ den Kopf angerannt. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste ist, dass dies mein morgendliches Ritual werden wird. Auf einem Schiff sind die Kopfhöhen doch etwas anders als auf dem Lande. Die Übernahme vom Vercharterer erfolgte problemlos. Fehlende Sachen wie Funk und Bettwäsche wurden schnellstens erledigt und wir konnten das Schiff in Besitz nehmen. Die beiden Mädels Christa und Edith belegten die Vorschiffkojen, Wolfgang und Konstantin die Backbord-Achterkoje. Somit waren die Segelneulinge untergebracht. Für Jochen und mich blieb die Steuerbord-Achterkoje übrig. Der Transport der Klamotten vom Auto zum Schiff und das „Aufprovianten“ dauerte bei uns etwas länger als bei der Crew von Bernd. Alsbald konnten wir jedoch Bernd in das Restaurant folgen, wo beide Schiffsbesatzungen das Abendessen zu sich nahmen. Danach ging es gesättigt zurück zum Boot. Nach einem „Absacker“ verkrochen sich alle in die Kojen für die erste Nacht an Bord. Am nächsten Morgen zwischen 7:00 und 8:00 Uhr krochen alle aus ihren Kojen. Alle haben an Bord, wenn auch unter beengten Verhältnissen und mit fremden Schlafpartnern einigermaßen gut ausgeschlafen. Die Sanitäranlagen wurden von allen als gut und sauber empfunden. Dies wird auch bei allen angesteuerten Marinas der Fall sein, wobei die Konditionen für das Duschen manchmal mit einem Obolus verbunden waren. Wolfgang und Konstantin besorgten Brötchen und noch fehlende Zutaten für das Frühstück. Nach dem Frühstück erfolgte eine umfangreiche Sicherheitseinweisung. Jeder musste wissen, wie er sich zu verhalten hat, wo welche Not- und Rettungsmittel bereitlagen und wie sie anzuwenden sind. Einweisung in die Benutzung des WC und der Ventile folgten. Doch wo waren die Ventile von der Spüle? Hier mussten wir erst einmal genauer forschen. Aber auch diese konnten sich nicht lange vor uns verstecken. Hinter den Polstern der Backbord-Bank wurden sie schnell entdeckt. Für unsere Lehrlinge Christa, Edith, Konstantin und Wolfgang war dies alles Neuland bzw. „Neuschiff. Technikcheck, Ventile zu und wir wollten ablegen. Autsch, Fluch, ich hatte meinen Kopf am Niedergang gerammt. Um 11:30 legten wir in Lemmer mit Kurs W 270°, Ziel Stavoren unter Motor ab. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen musste schon einer der Lehrlinge das Ruder. Kurs halten und Vorfahrtsregeln beachten war für sie ungewohnt. Starker Verkehr herrscht an Pfingsten nicht nur auf den Straßen und Autobahnen, auch auf dem Wasser ist viel Betrieb. Mit einem Unterschied: auf dem Wasser sind keine Fahrbahnen, der Schiffsverkehr kommt aus allen Richtungen. Dies war für unsere Azubis gewöhnungsbedürftig. Nach gut einer halben Stunde Motor aus und Segel gesetzt. Jetzt musste zusätzlich der Wind berücksichtigt werden. Bei 4 Bft und durchschnittlich guten 6 kn kamen wir gut voran. Zur Einübung zeigten Jochen und ich wie man die Manöver Wende und Halse durchführt. Anschließend durften die Neuen Wenden üben. Ich glaube, die Manöver mit Kursänderungen haben sie gefordert. Es war auch nicht immer einfach, alles so zu machen, wie es Jochen und ich wünschten. Jochen und ich hatten jedoch eines im Auge, sich von dem flachen Vrouwezand frei zu halten. Gegen 16:00 Uhr waren wir vor Stavoren. Motor aus und ich steuerte in die Marina. Die Mannschaft wurde in das Anlegemanöver eingewiesen und die Aufgaben verteilt. Elegant legten wir am Meldesteiger an. Der Hafenmeister kassierte die Gebühr für eine Nacht und wies uns einen Platz zu. Zügig erreichten wir die Box und machten schon um 16:45 Uhr für die Nacht fest. Nun war Landgang und die Erkundung von Stavoren angesagt. Anschließend gab es ein wunderbares Nachtmahl, das von Wolfgang zubereitet wurde. Für Sonntag war mit Bernd die Etappe nach Lelystad zur Flevo Marina vereinbart. Bei 4Bft und sonnigem Himmel machten wir uns nach dem Frühstück startklar. Technikliste abgearbeitet und alle Mann gingen an Deck. Autsch, Fluch, diesmal war die Sprayhood meinem Kopf im Wege. Mannschaft eingewiesen. Positionen besetzt und wir legten ab. Nachdem der Hafen verlassen wurde, wurden die Segel gesetzt und Kurs S 180° angelegt. Jochen erwies sich als hervorragender Lehrmeister. Er erklärte unermüdlich wie die Segel richtig zu stehen haben und wie dazu der beste Kurs ansteht. Als wir die Höhe von Urk erreichten stand „Manöver üben“ an. Jochen und ich zeigten Wende, Q-Wende und Halse. Anschließend musste jeder die Manöver nachfahren. Irgendwann ließen Lust und Aufmerksamkeit nach und wir steuerten die Flevo Marina an. Um 17:30 waren die Leinen fest und alle hatten sich eine Tasse Kaffee im Hafenrestaurant verdient. Anschließend gingen wir zu einem Badestrand mit Kiosk. Doch irgendwie hatte die Kommunikation unter uns nicht richtig gestimmt. Wolfgang und Konstantin kamen nicht nach. Nach einem Spaziergang auf dem Deich wurde im Schiff noch lange bei Bier und Wein über Gott und die Welt gesprochen. Am Pfingstmontag ging es bei strahlenden Wetter um 10:55 Uhr los Richtung Houtritigschleuse und weiter nach Hoorn. Nicht ohne mir vorher beim Gehen von der Backskiste zum Niedergang mit dem Kopf den Großbaum zu touchieren. Nur mit der Genua segelten wir bis kurz vor die Schleuse. Das Schleusen ging zügig vonstatten. Wäre vielleicht noch schneller gewesen, hätte sich die ca. 25 m lange Segeljacht mehr beeilt. Hinter der Schleuse bot sich der tolle Anblick des 56m langen Nachbaues des Ostindienfahrers Batavia auf seinem Wasserliegeplatz. Hierzu war eine Besichtigungsrunde angesagt. Nachdem der Schleusenbereich verlassen war, haben Jochen und ich uns neues für unsere Lehrlinge ausgedacht. Jeder musste FOB-Manöver (Fender Über Bord) unter Motor fahren. Hierzu wurde ein Fender verloren“ und musste wieder aufgenommen werden. 13:05 Uhr wurden bei 4 Bft die Segel gesetzt und Kurs NW 290° angelegt. Damit auch Jochen und ich nicht aus der Übung kamen, wurde FOB mehrmals Lehrbuchmäßig gefahren. Gegen 16:00 Uhr frischte der Wind weiter auf 5 Bft auf. Mehr Geschwindigkeit war nicht möglich, so refften wir die Segel. Kurz vor 18:00 Uhr erreichten wir die Hafeneinfahrt von Hoorn und um 18:20 lagen wir auf Platz 342. Beim Landgang zu einem Restaurant fragte sich Konstantin, ob er denn schon berauschende Mittel intus hätte. So viele schräg und krumm stehende Häuser hat er noch nie auf einem Fleck gesehen. Nein, er war vollkommen nüchtern. Die Häuser sind so. Bei einem Italiener trafen wir auch Bernd mit seiner Crew. Nebenbei erwähnte Bernd, dass sie am nächsten Morgen schon vor dem Frühstück zum nächsten Ziel Amsterdam aufbrechen werden. Bei meiner Crew konnte ich mit diesem Ansinnen nicht punkten. Am nächsten Morgen standen wir zeitiger auf und frühstückten noch in Ruhe, bevor ich meinen Schädel wieder anrannte und ich zum Abmarsch blies. Wir mussten vor 16:00 Uhr die Schleuse zum Nordseekanal passieren, da von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr keine Öffnung der Brücke an der Schleuse erfolgt. Um 9:30 legten wir bei bedecktem Himmel und 5 Bft Wind aus N ab. Bei einem fast Vorwindkurs ging es zügig in südliche Richtung. Um 14:20 erreichten wir die Schleuse zum Nordseekanal. Nach problemloser Schleusung ging es unter Motor zum verabredeten Six Hafen, gegenüber dem Hauptbahnhof. Im Hafen wurden wir schon vom Hafenmeister erwartet. Er fragte nach unserer Breite und wir riefen ihm 3,90 m zu. Er wies uns eine Box an unserer Steuerbordseite zu. Zwischen den Dalben ging es etwas eng zu. Aber wenn der Hafenmeister die Box zuweist, muss diese auch passen. Ich wies Jochen, der am Steuer stand an Vollgas zu geben, und wir waren in der Box. Der Skipper vom Nachbarschiff maulte etwas, da die Fender leicht zusammengedrückt waren. Wir verwiesen ihn an den Hafenmeister. Aber mit dem wollte er sich offensichtlich nicht anlegen. Danach war der Umgang sehr freundlich. Als wir an Land gingen um die obligatorischen Hafengebühren zu entrichten sahen wir, dass die Box eigentlich nur 3,70 m breit war, daher das Einzwängen. Bernd, der mit seiner Crew später eintraf, wurde von uns entsprechend vorgewarnt. Nach und nach wurden wir mit anderen Yachten, die quer vor unserem Bug festmachen mussten, zugeparkt. Mit der Mannschaft von Bernd verabredeten wir einen Stadtrundgang durch Amsterdam. Erst ging es mit der Fähre zum Hauptbahnhof. Während der Überfahrt sahen wir die Ausfahrt eines Musikdampfers von ca., 300 m Länge und ca. 40 m Höhe. Dieses Schauspiel ließen wir uns nicht entgehen. Danach ließen wir uns von der Altstadt von Amsterdam mit seinen Brücken und Grachten inspirieren. Die Vegetarier fanden genügend Stellen, an denen sie wunderbare Snacks vorfanden. Aber auch die Andersgläubigen kamen nicht zu kurz. Irgendwann am späten Abend fanden wir zu unseren Kojen zurück. Am Mittwoch ließen wir es gemütlich angehen. Wir mussten eh warten bis wir wieder frei waren. Auf dem Weg zum Waschraum vergaß ich, wie niedrig die Sprayhood angeordnet war. Nun ja, auf eine Beule mehr oder weniger kam es jetzt auch nicht mehr an. Wir hatten uns vorgenommen, vor der Fahrt zum Etappenziel Enkhuizen noch eine große Hafenrundfahrt durchzuführen. Hier konnten wir hautnah erleben, dass es ein kleiner Unterschied ist, ob man ein großes Binnenschiff oder einen Ozeandampfer vor sich hat, zu dem man fast senkrecht dem Bug hinaufschauen muss und dessen Breite mehrere Längen des eigenen Schiffes betrug. Unter Motor passierten wir um 12:20 Uhr die Schleuse vom Nordseekanal mit der Hubbrücke. Gegen 13:00 Uhr setzten wir bei gut 5 Bft Wind (Böen gut 7 Bft) aus Nord die Segel um nach Enkhuizen zu kreuzen. Heftiges Rollen und Stampfen des Schiffes mit starker Kränkung veranlassten mich, das Benutzen der Lifeline anzuordnen. Auch Jochen fand dies angebracht. Zuerst liefen wir entlang dem Fahrwasser mit Kurs 40° in grober Richtung Lelystad. Nach ca. 7 nm folgte die erste Wende. Hoch am Wind kreuzten wir, bis wir gegen 20:30 die Schleuse bei Enkhuizen passierten. Der Schleusenwärter hat uns schon von weitem die Einfahrt in die Schleuse freigegeben und so war auch hier keine Wartezeit gegeben. Um 21:10 machten wir bei mehr als 20 kn Wind einer Box in der Marina von Enkhuizen fest. An Land suchten wir ein Restaurant, bei dem wir trotz später Stunde noch etwas für unsere hungrigen Mägen bekamen. Wolfgang ließ es sich nicht nehmen, uns anschließend in einen Irish-Pub zu führen. Bei guter Live-Musik und kühlen Getränken ließen wir den Tag ausklingen. Viel zu schnell war es Donnerstag geworden. Nun hieß es, unser Boot wieder nach Lemmer zu segeln. Nach einem ausgiebigen Frühstück legten wir gegen 11:20 bei 5-6 Bft in Enkhuizen ab, nicht ohne meinen Kopf vorher noch am Rahmen der Kajütentüre kräftig anzuschlagen. Es gab immer noch Stellen, die mit meinem Kopf noch keine Bekanntschaft gemacht haben. Nachdem die Segel gesetzt waren wurde Kurs 45° angelegt. Christa machte Anstalten zum Unwohlsein. Sofort wurde sie als Steuerfrau eingeteilt. Hoch am Wind pflügte sich die Yacht rollend und stampfend durch die kurzen Wellen des Ijsselmeeres. Um 13:00 Uhr Kursänderung auf 75° um nicht in die Untiefen des Vrouwezand zu geraten. 13:40 erreichten wir das betonnte Fahrwasser vor Lemmer. Doch was sollen wir so Früh am Ziel? Wir wollten segeln! Also wurde kurzfristig beschlossen, noch einige Segelmanöver zu fahren. Jeder der Neulinge musste ran. Den Wellengang war zwar moderat, aber der Wind pfiff mit 20 kn noch immer ganz ordentlich. Konstantin büßte bei dieser Gelegenheit seine am Vormittag in Enkhuizen erstandene Mütze ein. „Rettungsmanöver“ blieben erfolglos, da die Mütze trotz Suchfahrten nicht mehr auffindbar war. Gegen 16:00 Uhr ließen Lust und Konzentration nach. Wir steuerten Lemmer an und machten um 16:45 in der Ausgangsbox des Segeltörns fest. Nun war die Frage, essen gehen oder Vorräte aufbrauchen? Die Mehrheit beschloss die Vorräte aufzubrauchen. Wolfgang betätigte sich als Smutje und zauberte aus den Resten das Abendmahl. Ausgehen wollte anschließend niemand mehr. Mit vielen Erzählungen wurde es dennoch recht spät, bis wir in die Kojen kamen. An unserem letzten Tag an Bord vergaß ich auf dem Weg zur Dusche, wie niedrig die Sprayhood ist. Sollte noch jemand in unserem Boot geschlafen haben, jetzt schlief er sicher nicht mehr. Ein Schlag erschütterte das Boot, als ich meinen Kopf anrannte. Doch Konstantin störte dies wenig und schlief weiter. Aber es war „Klar Schiff“ angesagt und die Yacht musste ausgeräumt und besenrein gemacht werden. Da musste auch Konstantin auf seinen Schlaf verzichten. Boot klar zur Übergabe, doch vorher war die „Flaggenparade“ zur Einholung des Vereinsstanders durchzuführen. Die Bootrückgabe war zügig durchgeführt. Wir mussten nur noch die fälligen Motorstunden und die Schlussreinigung bezahlen. Danach reisten alle wie gekommen ab. Jens D. Hansen
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