Im Gegensatz zur Sommerwindregatta hatten bereits "Windfinder" http://www.windfinder.com/forecast/silbersee und andere Wetterdienste kräftigen Wind (4-5 Bft) aus W bis SW vorausgesagt.
So etwa war es dann auch:
Sowohl am Samstag als auch am Sonntag konnten sich die Segler bei 1-4 Bft aus NW (Sa.) und sogar 2-6 Bft aus SW (So.) beweisen.
Statt, wie oft am Silbersee, den besten Wind zu suchen, mussten die Segler diesmal ihr ganzes Können darauf verwenden, ihre Boote bei dem kräftigen und unregelmäßigen Wind sicher zu beherrschen und um die Bojen zu steuern. Das erfordert reichlich Konzentration, Kraft und Kondition.
Bei diesen Bedingungen blieben Kenterungen nicht aus und die Motorboote von DLRG sowie KCF mussten zu Hilfe eilen. Es gab aber zum Glück weder Verletzungen noch Beschädigungen, dafür aber reichlich nasse Klamotten und Wasser im Boot.
Einige Segler zogen es deshalb am Sonntag vor, nicht mehr zu starten und überließen die Plätze den verbleibenden wackeren Seglern. Die niedrigen Lufttemperaturen, vor Allem am Sonntag (6-14 Grad), waren auch für die Helfer/innen eine Herausforderung. Es galt, sich sehr warm anzuziehen.
Auch die neue Position des Start/Zielschiffs in der Mitte der Kreuz (s. Anhang) bereitete einigen Seglern Kopfzerbrechen. So rätselten Einige, welche Boje als nächstes zu runden sei und wann endlich das Ziel angesteuert werden durfte. Insgesamt hat sich dieses Verfahren aber als gute Alternative zum üblichen Verfahren (Startschiff am Anfang der Kreuz, dann Verlegen des Startschiffs ans Ende der Kreuz als Zielschiff) bewährt. Da die Verlegung des Start/Zielschiffes entfällt, können die Wettfahrten schneller nacheinander gestartet werden.
Mit dem kräftigen Wind und der schnellen Abfolge der Wettfahrten konnten so problemlos je 2 Wettfahrten am Samstag und Sonntag gesegelt werden. Selbst die "lange" 2. Wettfahrt am Samstag (3 Runden) dauerte nur ca. 1,5 Stunden.
Nach den anfangs eher schleppenden Anmeldungen (Feiertag/Herbstferien) ergaben sich schließlich 2 Gruppen mit insgesamt 18 Booten. Die Wertung erfolgte nach dem Yardstick-Verfahren. In der Gruppe der "Gleitjollen" wurden alle Boote zusammengefasst, die eine Yardstickzahl bis 115 haben, darunter Contender, Finn Dinghy, Fireball, H-Jolle, Korsar, Laser, Schwertzugvogel, Seggerling. Die Gruppe "Jollenkreuzer" wurde aus Booten der Klassen FAM und 517er gebildet (Yardstick über 115). In der Gruppe der "Gleitjollen" sicherte sich Jan Ulmer (KCF) auf seinem Finn Dinghy den 1. Platz, obwohl er die 3. Wettfahrt am Sonntag morgen verpasste, da bei 4 Wettfahrten die schlechteste gestrichen werden darf. Den 2. Platz erkämpfte Julius Paffrath (ebenfalls Finn Dinghy), obwohl er bei der 1. Wettfahrt gekentert war. Auch hier half der "Streicher". Er wurde von seinem Vater (erfolgreicher Finnsegler) mit Rat und Tat unterstützt. So wird das "Know-How" an die nächste Generation weitergegeben... Den 3. Platz belegte Karl Schmerenbeck (KCF) auf seinem Seggerling. Hier konnte auch die letzte Wettfahrt, die nach einer Kenterung abgebrochen wurde, gestrichen werden.
Bei den "Jollenkreuzern" gab es einen steten Wechsel in den Platzierungen. Letztlich siegten Manfred Keppler und Klaus Steiger (KCF) auf ihrer FAM vor Artur Flor mit Peter Selk (KCF, FAM), Wilfried Haas mit Margaret Lynch (KCF, 517er) und Hansjörg mit Ingeborg Beckh (KCF, FAM). Die Plätze 2-4 mussten nach einem Auszählverfahren aus den Platzierungen ermittelt werden, da sie jeweils 7 Punkte erreicht hatten.
Beim Abendessen am Samstag und auch beim Kaffee mit Kuchen am Sonntag wurden die Erlebnisse der beiden Tage angeregt diskutiert. Alle waren sich einig: "Ein tolles Segelwochenende!"
Im Oktober gibt es auf dem Silbersee noch 2 Regatten (18./19 WSVR, 26. KCF), bei denen viele der Teilnehmer dann nochmal "mitmischen" wollen. Danach kehrt die Winterruhe ein...
Mit freundlichen Grüßen
Frank Knoch Fachwart Wettsegeln Kanu-und-Segelclub Frankenthal von 1922 e.V. www.kcf1922.de