Flottilientörn 2008

KCF-Flottilientörn 2008

Hallo Liebe Seglerinnen und Segler, wir haben wieder einen Termin für unseren Flottilientörn 2008.
Für die
Woche 23 habe ich zwei Boote bei AMS in Vsar Kroatien gebucht.
Dies sind die Atlantis (
Bavaria 42) und die Alexandria (Bavaria 46).

So hatte unser Organisator Günter Herz den KCF-Flottilientörn 2008 angekündigt. Wir danken ihm für seine Mühe und lassen hier einen kurzen Bericht über den Verlauf folgen:
Auf der Atlantis, einer Bavaria 42, erlebte die Crew diesen Törn auf der kroatischen Adria erneut als
„eine Woche mit einander und für einander;
Probleme werden gemeinsam angegangen, der Törn wurde ein Urlaubsgeschenk“
Das Schiff, die malerische Küstenlandschaft, das passende Wetter, alles trug zum Gelingen bei! Jedes Crewmitglied lieferte einen großartigen Beitrag.

*Beate konnte leider nur in Gedanken mitsegeln, weil sie kurz vor dem Start unverschuldet einen Unfall erlitt

Am Samstag, den 31.05.2008 verließen wir in zwei Fahrgemeinschaften in aller Frühe die Pfalz und erreichten am Nachmittag nach glatter Fahrt die Marina Vrsar. Kurz nach uns traf auch die Crew der Alexandria ein, und wir begaben uns zur Einweisung an die zwei Charterschiffe. Die Schiffsübergabe mit allen Einweisungen, Kontrollen durch uns, sowie Formalitäten und dem Lebensmitteleinkauf zog sich bis in den Abend hin. Wollten wir einen weiteren Nachteinsatz? Entschieden wurde für den Start am Sonntagmorgen.
Beide Schiffe legten gleichzeitig in Richtung ab Süden und folgten der auf der Karte eingetragenen Route:

 

Das Ziel der ersten Etappe sollte die Veruda-Bucht, 1, (44sm), sein, wurde es auch, Ankunft dort gegen 18 Uhr. Die Wahl der Fahrtroute war wie üblich jedem der beiden Schiffe überlassen. Bald konnten wir weit in den Limski Kanal im Osten hineinsehen. Danach kamen wir Rovinj näher, wo Euphemia hoch oben auf demKirchturm thront. Zwischen Festland und der Brioni Inselgruppe schob uns der Wind weiter südwärts.
Auf dem früheren Sperrgebiet darf inzwischen angelegt werden. Die Insel wird aus der Umgebung von zahlreichen Touristik-Booten angefahren. Auch Segler können den großen Tierpark besuchen. Einige größere Tiere dort, so die Elefanten, Hirsche, Lamas, Antilopen lassen sich von See her im Fernglas erkennen. Doch so kurz nach unserem Start stand der Tierpark nicht auf unserem Programm, auch nicht das große Hafenbecken von Pula gegenüber. Zwischen Brioni und Pula ging es gleich weiter in Richtung Veruda Bucht, wo wir ankern und auf dem Boot bleiben mussten. Als unser Anker hielt, zog es nacheinander alle ins Wasser. Bei dem hohen Salzgehalt ist das eine reine Freude, denn man braucht sich kaum zu bewegen. Und das Abendessen bereiten wird wie bei vielen Törns wieder zu einem echten Gemeinschaftseinsatz, jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das Gericht hieß Spaghetti Carbonara und der Topf, der da auf den Tisch kam, war zunächst bis an den Rand voll. Keiner hätte geglaubt, dass etwas später Kratzen am Topfboden zu hören gewesen wäre.

Das Ziel der zweiten Etappe sollte die Ataturi-Bucht, 2, vor Mali Losinj sein, wurde es aber nicht. Zunächst ging es auf den Porer Leuchtturm zu und weiter dann Richtung SE. Ein weites Stück des Weges konnten wir unter Spinnacker laufen. Ein passender Wind blies ihn voll auf und ließ uns nach oberhalb vom Bug schauen. Leider kann die Kamera nicht den vollen Seglerblick einfangen.
Der Autopilot brachte zusätzlich Ruhe ins Schiff und hielt uns vorbei an Unije genau auf Kurs. Beim Aufziehen und Einholen des Spinnackers hätten wir uns allerdings den Spi-Schlauch gewünscht. Doch die Crew hat auch ohne Hilfsmittel gemeinsam den Ballon sicher rauf und runter gebracht, bravo! Als Bleibe für die Nacht galt unterwegs vielfach die Ataturi-Bucht. Doch als das Schwesterschiff vor uns ins Hafenbecken Mali Losinj, (34sm), einbog, folgten wir hinterher. Das Panorama ist dort immer attraktiv.
Zuerst war nach dem Anlegen Wasser bunkern und den Lebensmittelvorrat ergänzen an der Reihe. Einen langen Tisch für beide Crews in der Gostinica Nino hatte jemand von der Alexandria schon reserviert. Die servierten Fische werden hier offenbar reichlich klein gefangen, so dass etliche von uns lieber Fleisch bestellten und natürlich ausgezeichnete Weine.
Doch wie soll morgen unser Törn weitergehen? Ilovik, Molat, oder gar zum weit entfernten Zadar? Einige von uns sind dort schon mehrfach gewesen. Für einen Wochentörn ist Zadar auch zu weit, denn am Samstag ist Rückgabe. Wir werden ein neues Revier ansteuern und nordwärts in Richtung Rijeka fahren!
Auf der dritten Etappe werden wir Krk, 3, (36sm), ansteuern, dort in den Stadthafen fahren. Nach längerer Zeit mit passendem Wind den Kvarneric hoch, hieß das leider den Motor anwerfen. Höhenzüge mit über 400m im W auf Cres und im E auf Rab gaben uns aus der Ferne Geleit. Ein Grund für das Anlaufen des Stadthafens Krk war auch, dass wir einen Rahmen für den Geburtstag unseres Skippers brauchten. An der alten Naturstein-Pier mit einem schönen Park im Hintergrund konnten beide Schiffe nahe der romantischen Altstadt festmachen, dort wird es sich zünftig feiern lassen. Wir hatten gesehen, dass heimlich Sekt ins Boot getragen wurde, das ließ uns eine Party ahnen. Erwin und Else hatten sich schon in Mali Losinj auf den Weg nach einer süßen Gabe gemacht.
Nach dem Festmachen zog es uns aber zunächst an einen Badestrand, den wir auf der anderen Seite des Hafenbeckens entdeckt hatten. Auf steinigem Grund tasteten wir uns in etwas tieferes Wasser vor. Die Abkühlung tat gut. Dann wurde an Bord die Abendmahlzeit zubereitet und gegessen. Dass eine Party folgen sollte, war jetzt unverkennbar, beide Crews erschienen vollzählig zur Gratulation.

Auf der vierten Etappe nach Cres, 4, auf der Westseite der Insel, (34sm), konnten wir weitestgehend segeln. Doch musste bis dorthin richtig gearbeitet werden, immer wieder wenden, wenden, ohne viel dem Ziel näher zu kommen.
In Cres, in der fast neuen sehr modernen und eindrucksvollen ACI-Marina ging gerade die Zentral-Europa-Regatta mit großer Beteiligung dem Ende zu. Am Abend bewunderten wir die vielen teilnehmenden Schiffe, die Crews, die Organisation, die Segelmacher an Land sowie einige der Ehrungen.
Auch bekamen wir dort einen Tipp für die Behebung eines Problems an unserer Atlantis: Weit nach Mitternacht wurden wir darauf aufmerksam, dass in regelmäßigen Abständen unsere Wasserpumpe ansprang. Die Umschaltung auf den Wassertank am Bug behob das periodische Ein- und Ausschalten nicht. Hörten wir etwa die Pumpe auf dem Schiff neben uns? Wieder in die Koje - . Am nächsten Morgen blieben alle Wasserhähne trocken - , was nun? Auch den Skipper hatte in der Nacht das Geräusch geweckt, der hatte schließlich die Stromzufuhr zu den Pumpen unterbrochen.
Bei Tag sahen wir, dass sich in der Bilge etwas Wasser gesammelt hatte, irgendwo musste es ein Leck geben. Nach dem Wiedereinschalten der Pumpe wurde das ganze Schiff abgesucht und schließlich unter der Matratze in der backbordseitigen Koje am Heck entdeckt, dass dort ein feiner Sprühstrahl aus der Warmwasserleitung spritzt. Joachim ging zur ACI-Marinatechnik. Die kannte dies Problem bei der Bavaria 42, riet uns, an der Schlauchverbindung ein Stück vom Schlauch abzutrennen und diesen neu einzubinden. Unsere Atlantis hatte Experten an Bord! Die folgten dem Rat und Ruhe kehrte wieder ein. Ein Törn ohne Zwischenfälle, das wird es auch bei bester Schiffspflege durch Crew und den Vercharterer nicht geben. Hilf Dir selbst!

Die fünfte Etappe auf den Industriehafen zu in Pula, 5, (40sm), führte zunächst durch das Regattagebiet vom Wochenende, dann über Stunden vor der SE-Küste Istriens entlang auf den Porer zu. Nach dem Start mussten wir ½ Stunde unter Motor laufen, haben uns dann aber 6 Stunden allein durch Wind und Segel weiterbewegt, eine erholsame Stille.
Zwischenmahlzeiten unterwegs finden immer großes Lob, viele Hände greifen dann gleichzeitig zu.
In der Ferne sahen wir unterwegs Rabac vor hohen Bergen liegen. Das rief Erinnerungen an eine Boranacht wach, der wir dort vor 25 Jahren ausgesetzt waren. Wir hatten damals in einer Bucht geankernt. Die ganze Nacht bei völliger Dunkelheit überwachen zu müssen, was der wütende Sturm mit uns macht, ob er uns losreißt, wohin er uns treibt, das härtet ab, vergisst man nicht.
Die ACI-Marina im Industriehafen Pula ist zwar in die Jahre gekommen, wird aber weiterhin gern angelaufen, weil in es in nächster Nähe die guterhaltene große Arena aus der Zeit der Römer gibt. Die halbe Crew hatte das noch nicht gesehen, machte sich schnell auf den Weg. Wer auf dem Schiff blieb, half bei der Zubereitung der Abendmahlzeit. Die Ausflügler kamen beeindruckt zurück und freuten sich über den gedeckten Abendtisch.
Die sechste und letzte Etappe führte uns zurück in die Marina Vrsar, 6, (26sm). Es ging im Sicherheitsabstand westlich um Brioni herum, weil der Großbereich Naturschutzgebiet ist und wir Probleme mit der Überwachung vermeiden möchten. Für das attraktive Hafenbecken von Rovinj werden wir diesmal Zeit nehmen, am Außensteg eine zeitlang festmachen und die malerische Stadt besichtigen. Das alte Hafenbecken putzt sich von Jahr zu Jahr feiner heraus, zieht immer mehr Besucher an. Diesmal wandern wir bis hoch auf den Kirchplatz und sehen uns aus der Nähe die Statue der Euphemia hoch oben auf dem Kirchturm an. Nach einem Gang über den Markt ist fast schon traditionell eine Eisrunde im Hafenbecken fällig.


 

Nach dieser heiteren Abschlussrunde kann es auf den letzten Meilen bis in den Heimathafen getrost etwas regnen. Als wir dort den verbrauchten Diesel ersetzen, hat es aufgehört zu regnen. Der Skipper läßt die Atlantis sauber in ihre Box gleiten. Einer fängt die Mooringleine auf, zwei weitere werfen die beiden Bugfestmacher, fangen den Tampen zurück und binden ihn um die Klemme. Das Boot liegt fest und der letzte Anleger wird zelebriert.
Den AMS-Stegwart Dennis in Vrsar kennen wir seit Jahren. Er hörte sich unseren kurzen Mängelbericht an und meinte, wir hätten ihn von unterwegs anrufen sollen. Doch wir wollten uns selbst helfen - .
Joachim hatte wenige Wochen zuvor von dort aus seine Prüfung abgelegt, konnte uns deshalb zum Abschlussessen in eine ausgezeichnete Gostinica führen. Eine Gelegenheit, unserem Skipper Danke zu sagen!
Mit dem Schiff waren wir eigentlich rundum zufrieden, und dieser Törn in ein neues Revier bleibt uns als ein voller Erfolg in Erinnerung! Die letzte Nacht zum Samstag konnten wir noch auf der Atlantis schlafen. Das Gepäck war schon weitgehend gerichtet, zum Teil in die Pkws gebracht.
Helmut Klingenspor

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