Nach dem langen Tauziehen um unsere Zukunft am Silbersee hatten wir ja kurz vor der Frühjahrsregatta die Genehmigung erhalten, die beiden ausgeschriebenen Regatten im April doch noch von unserm bisherigen Platz auf der Scharrau ausrichten zu können.
Während diese Unsicherheit bei der Frühjahrsregatta noch zu einem gewissen Rückgang der Teilnehmerzahlen führte, wurden unsere Erwartungen beim Einhand-Cup mehr als übertroffen.
Schon ca. 2 Wochen vor der Regatta "stand" die ausgeschriebene Rangliste für die neu hinzu gekommene Klasse "Finn-Dinghy" und auch bei "OK-Jolle", "Seggerling" und "Laser" lagen zahlreiche Anmeldungen vor. Bis Freitag, 18.04 trudelten täglich neue Meldungen ein und so standen dann Fr. abends 40 Boote auf der Liste. Am Samstag kamen dann noch weitere Meldungen hinzu, sodass schließlich 46! Boote an den Start gingen: 22 x "Finn-Dinghy" 12 x "OK-Jolle" 07 x "Seggerling" 05 x "Laser" Es wurden 3 Startgruppen gebildet, die mit 5 min Abstand gestartet wurden: A: "Finn-Dinghy" B: "OK-Jolle" C: "Seggerling" + "Laser" (gemeinsam gestartet, getrennt gewertet)
Ein solch starkes Teilnehmerfeld hatten wir schon lange nicht mehr. Dies ist vor Allem dem emsigen Werben der Klassenobleute Jan Ulmer (Finn-Dinghy) und Dirk Dame (OK-Jolle) zu verdanken, aber auch der jahrelangen Freundschaft mit Seglern aus den beiden anderen Klassen (Seggerling, Laser). Besonders erfreulich ist dabei, dass in den beiden Ranglistengruppen (Finn, OK) auch viele anerkannt gute Segler der jeweiligen Klassen an den Start gingen. Das gab uns die Gelegenheit, unser Können mit dem der Gäste zu messen.
Die große Teilnehmerzahl stellte für die Organisatoren dieser GEMEINSCHAFTSREGATTA von WSVR und KCF eine gewisse Herausforderung dar, die aber mit guter Zusammenarbeit und Engagement erfolgreich gemeistert wurde. Vereinbarungsgemäß kümmerten sich die KCF-Segler vornehmlich um die Abwicklung der Regatta (Meldewesen, Startschiff, Auswertung, ...), der WSVR übernahm die Küche, Unterbringung, Frühstück der Gäste, ...). Die beiden Hilfs- und Rettungsboote (1xWSVR, 1xKCF) wurden in diesem Jahr noch durch ein Boot der DLRG FT ergänzt.
Schon beim Aufbau und Einsetzen der Boote wurde es gelegentlich etwas eng, aber mit gutem Mut, gegenseitigem Helfen und etwas Rücksicht konnten alle Teilnehmer ihre Sportgeräte zu Wasser lassen. Auch sonst herrschte generell ein angenehmes Klima unter den Seglern. Im Gegensatz zur Frühjahrsregatta erwies sich Rasmus diesmal deutlich weniger kooperativ. Zur geplanten Startzeit am Samstag um 14:00 wehte nur wenig Wind und auf dem See gab es größere Windlöcher. Die Vorhersage kündigte aber mehr Wind am späteren Nachmittag an... Somit musste der Start verschoben werden. Nach einem ersten Startversuch um 14:45 (da waren die Segler nicht schnell genug im Startgebiet) konnte dann die erste Wettfahrt um 15:00 gestartet werden.
Es waren 2 Runden zu segeln, bestehend aus je 1 Dreieck und 1 Schleife, was einer Bahnlänge von ca. 4,6 sm entsprach. Bei dem weiterhin schwachen Wind waren die Segler gefordert, Windlöcher und -dreher frühzeitig zu erkennen und auszusteuern. Es gab ein paar kleinere Regelverletzungen, die aber durch Ersatzstrafen (360°) bzw. entsprechende Wertung (DNF) ausgeglichen / geahndet werden konnten. Kurz vor 17:00 war dann das letzte Boot im Ziel. Der Wind frischte zwar nochmal kurz auf, aber bei strömendem Regen und der Befürchtung (hat sich dann bestätigt), dass diese Brise nicht lange anhalten würde, wurde keine weitere Wettfahrt mehr gestartet. Die Auswertung der ersten Wettfahrt ergab, dass unsere Gäste mit dem z.T. unbekannten Revier gut zurecht kamen und viele gute Plätze belegten.
Beim "Seglerhock" mit Gulasch und vegetarischer Küche in den Räumen des WSVR konnten dann die Ereignisse des Tages in geselliger Runde diskutiert werden.
Am Sonntag war dann für 10:00 der 1. Start angesetzt. Die angekündigte Wetterbesserung lies noch auf sich warten. Es war trüb, aber trocken und ... zu wenig Wind. Dann aber kam doch noch die angekündigte Brise: Um 10:50 konnte die 2. Wettfahrt gestartet werden. Der Wind war zwar unbeständig, aber ausreichend. Auch bei dieser Wettfahrt gab es kleinere Rangeleien, aber schließlich kam gegen 12:30 das letzte Boot ohne größere Komplikationen ins Ziel. Bei auffrischendem Wind konnte dann um 13:00 noch eine 3. Wettfahrt gestartet werden, die dann bei Windstärken bis 4 Bft die Segler auch in der Beherrschung ihres Bootes bei kräftigerem Wind forderte. Gegen 14:00 waren dann wieder alle Boote ohne nennenswerte Zwischenfälle im Ziel.
Wegen der z.T weiten Heimreise der Gäste wurde keine weitere Wettfahrt mehr gestartet (4 waren eigentlich geplant). Bei Kaffee und Kuchen konnten sich die Segler nochmals in angenehmer Atmosphäre austauschen und Pläne für die weitere Saison schmieden. Die Siegerehrung bildete dann den Abschluss der Veranstaltung: Bilder zur Regatta wird Kurt Hergenröther vermutlich bald unter: sportpfalz.de veröffentlichen. Dort sind auch Bilder früherer Veranstaltungen zu finden. Bei der Klasse "Finn-Dinghy" zeigten die Gäste, was sie "drauf" haben: Mit Jürgen Paffrath, Detlef Guminsky und Jacek Kubinski siegten 3 erfahrene auswärtige Segler, die aber alle aus der näheren Umgebung (ca. 70 km) kommen. Jan Ulmer (KCF) belegte in diesem starken Umfeld einen verdienten 8. Platz. Auch bei der Klasse "OK-Jolle" waren die Segler aus der Umgebung vorn. Mit Michel Lesure aus Luxembourg (3) bekam die Regatta auch einen "internationalen Touch". Rüdiger Bahrdt (KCF) konnte als "Newcomer" in dieser Klasse einen beachtlichen 11. Platz einfahren. Bei der Klasse "Seggerling" beherrschte wieder einmal Herrmann Kirschner aus Plochingen das Feld, der inzwischen am Silbersee fast sein 2. zu Hause hat. Eberhard Niehaus (KCF) zeigte mit seinem 3. Platz, dass aber auch am Silbersee gute Segler zu Hause sind. Auch bei der Klasse "Laser" zeigten sich unsere Gäste in Bestform: Wolfgang Mayer (AHYC) siegte vor Sebastian Alber (YCP) und Karl-Wilhelm Linz (WSVR) als lokalem Vertreter. Mit Sebastian Alber war bei dieser Regatta auch der einzige Jugendliche am Start. Er hatte auch noch am Samstag Geburtstag. Schade eigentlich, dass das Feld vorwiegend von "älteren Semestern" besetzt wird, da gibt es noch Etwas zu tun...
Insgesamt zeigt der Verlauf des "2. Einhand-Cup Silbersee 2008", dass wir auf dem richtigen Weg sind: Immer mehr Segler wechseln wegen der gestiegenen Belastungen durch die Arbeitswelt (Problem Vorschoter/in) von klassischen 2-Mann-Jollen in den Einhandsektor. Bei steigenden Spritpreisen werden lokale Reviere wieder attraktiv (kurze Anfahrt). Bei unseren derzeitigen Gegebenheiten ist bei ca. 50 Teilnehmern die Kapazitätsgrenze erreicht (Parkplätze, Einsatzmöglichkeiten). Wir müssen/werden auf diese Entwicklungen angemessen reagieren, wenn wir endlich eine tragfähige und langfristige Zukunft am Silbersee bekommen. Ohne diese werden wir den Herausforderungen der aktuellen Segelwelt nicht mehr lange gewachsen sein. Wäre doch schade, wenn all unsere Mühe und Engagement umsonst gewesen wären...